ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2015Therapeutisches Arbeitsbündnis: Männer wollen wissen, was auf sie zukommt

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Therapeutisches Arbeitsbündnis: Männer wollen wissen, was auf sie zukommt

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Männer stehen Psychotherapien oft skeptischer gegenüber als Frauen. Welche Hindernisse Männer davon abhält, einen Psychotherapeuten aufzusuchen und sich auf ein therapeutisches Arbeitsbündnis einzulassen, haben jetzt die beiden amerikanischen Psychologen Mica Richards und Robinder Bedi von der Western Washington University (USA) untersucht. Sie befragten 86 männliche Personen, die sich wegen verschiedener Störungen in einer Psychotherapie befanden. „Als Hindernisse wurden empfunden, wenn Therapeut und Patient in ihren Zielen und Erwartungen nicht zusammenpassten oder die Patienten meinten, einen bestimmten Stil oder eine Behandlung vom Therapeuten aufgezwungen zu bekommen“, sagen die Autoren. Manche Patienten vertrauten dem Therapeuten aufgrund schlechter Erfahrungen nicht oder glaubten, er habe sich ein falsches Bild von ihnen gemacht. Es wurde von den Patienten auch nicht gerne gesehen, wenn sie vom Therapeuten mit verschiedenen Dingen überrascht wurden und nicht wussten, was sie in der Therapie erwartete. Darüber hinaus gab es Patienten, die die Therapie nicht ernst nahmen, keine Erfolge erzielten und dies dem Therapeuten anlasteten.

Die Autoren empfehlen, männliche Patienten schon vor der Therapie gründlich über therapeutische Vorgehens- und Wirkungsweisen, Abläufe, Zeitplanung und Kosten zu informieren, um Verwirrung und Unsicherheit zu vermeiden. Auch sollte kein Zwang oder Druck ausgeübt werden, sondern es sollte mit Geduld und Flexibilität auf Krankheitseinsicht und freiwillige Mitwirkung hingearbeitet werden. Darüber hinaus können Selbstoffenbarung und ein konsistent sachliches Verhalten des Therapeuten dabei helfen, das Vertrauen männlicher Patienten zu gewinnen. ms

Richards M, Bedi R: Gaining perspective: How men describe incidents damaging the therapeutic alliance. Psychology of Men and Masculinity 2015; 16(2): 170–82.

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