ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2015Schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung: Exazerbationsrate wird unter Roflumilast vermindert

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung: Exazerbationsrate wird unter Roflumilast vermindert

Vetter, Christine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Ob der Phosphodiesterase-4-Hemmer Roflumilast Exazerbationen von schwerer, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) bei Patienten unter Inhalation einer Fixkombination aus Kortikosteroid (ICS) plus lang wirksamem Beta-2-Agonist (LABA) vorbeugen kann, ist in der REACT-Studie (Phase III/IV) geprüft worden. In der einjährigen Untersuchung wurden 1 945 Patienten mit COPD und ≥ 2 Exazerbationen im Vorjahr doppelblind randomisiert mit 500 µg Roflumilast einmal täglich oder Placebo zusätzlich zur ICS-/LABA-Kombination behandelt.

Die Exazerbationsrate war unter Roflumilast um 13,2 % niedriger als bei Placebo (durchschnittliche Exazerbationsrate pro Patient und Jahr [Verum vs. Placebo]: 0,805 vs. 0,927; Rate Ratio: 0,868; 95-%-Konfidenzintervall: 0,753–1,002; p = 0,0529) und um 14,2 % niedriger als es entsprechend der vordefinierten Sensitivitätsanalyse erwartet worden war. Bei 67 % der Patienten unter Roflumilast (Placebo: 59 %) wurden Nebenwirkungen berichtet, bei 11 % führten sie zum Studienabbruch (Placebo: 5 %). Häufigste „Nebenwirkungen“ waren Exazerbationen und Pneumonien. In der Roflumilast-Gruppe traten 17 (1,8 %) und unter Placebo 18 (1,9 %) Todesfälle auf.

Rate der moderaten und schweren COPD-Exazerbationen bei Patienten, die regelmäßig eine Fixkombination aus Steroid und Beta-2-Agonist inhalierten, unter Roflumilast versus Placebo
Grafik
Rate der moderaten und schweren COPD-Exazerbationen bei Patienten, die regelmäßig eine Fixkombination aus Steroid und Beta-2-Agonist inhalierten, unter Roflumilast versus Placebo

Fazit: „Die Ergebnisse der REACT-Studie sind klinisch relevant, denn sie belegen, dass Patienten unter einer Behandlung mit Roflumilast seltener eine schwere Exazerbation erleben“, kommentiert Dr. med. Harald Mitfessel, Pneumologe in Remscheid. „Aus praktischer Sicht noch bedeutsamer dürfte sein, dass die Patienten auch seltener aufgrund einer Exazerbation stationär aufgenommen werden müssen und seltener eine Notfallmedikation benötigen.“ Für die Patienten sei vermutlich auch die unter Roflimulast beobachtete Besserung der Lungenfunktion im Alltag bedeutend. Die damit einhergehende Besserung des CAT- sowie des COPD-Symptom-Scores signalisiert nach Meinung von Mitfessel jedenfalls eine Verbesserung der Lebensqualität.

Christine Vetter

Martinez FJA, et al.: Effect of roflumilast on exazerbations in patients with severe chronic obstructive pulmonary disease uncontrolled by combination therapy (REACT): a multicenter randomized controlled trial. Lancet 2015; 385: 857–66.

Rate der moderaten und schweren COPD-Exazerbationen bei Patienten, die regelmäßig eine Fixkombination aus Steroid und Beta-2-Agonist inhalierten, unter Roflumilast versus Placebo
Grafik
Rate der moderaten und schweren COPD-Exazerbationen bei Patienten, die regelmäßig eine Fixkombination aus Steroid und Beta-2-Agonist inhalierten, unter Roflumilast versus Placebo

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Themen:

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote