ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2015Diabetisches Makulaödem: Individuell behandeln

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Diabetisches Makulaödem: Individuell behandeln

Mosler, Nana

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Neben Anti-VEGF-Wirkstoffen, Laserkoagulation und Glaskörperentfernung sind Kortikosteroide eine Therapieoption für Patienten mit diabetischem Makulaödem.

Die Lebensqualität der Patienten mit diabetischem Makulaödem (DMÖ) ist durch die Häufigkeit der notwendigen intravitrealen Injektionen stark vermindert. Die meisten Menschen haben Angst davor und müssen sich Begleitpersonen für die Injektionen ins Auge organisieren. Aus Patientensicht wäre daher eine Reduktion der Injektionen wünschenswert.

Prof. Dr. med. Albert J. Augustin, Karlsruhe, erinnerte bei einem Pressegespräch von Allergan Ophthalmology daran, dass die kleinen Blutgefäße der Netzhaut besonders empfindlich sind für eine nicht ausgewogene Blutzuckerkontrolle, außerdem spielen bei der Entstehung eines DMÖ vor allem entzündliche Prozesse eine Rolle. Das Zusammenwirken führt dann zur Ruptur der Blut-Retina-Schranke mit intra- und extrazellulärer Flüssigkeitsansammlung, was wiederum die Entzündung aufrechthält.

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Therapeutisch gibt es viele Optionen, zum Beispiel die Anti-VEGF-Behandlung (Lucentis®; Eylea®, Avastin®), Laserkoagulation, Kortikosteroide (Ozurdex®; Iluvien®; Kenalog®) und chirurgisch die Vitrektomie. Auch nach einer Glaskörperentfernung kann zum Beispiel Ozurdex® mit Erfolg zur Anwendung kommen, um das bestehende Makulaödem zu lindern, während Anti-VEGF dann nicht mehr funktionieren kann.

Nach wiederholter Anti-VEGF-Therapie kann es nach den Worten von Augustin zu einer intraokularen Volumenbelastung und Druckerhöhung (> 25 mmHg) kommen. Dem lägen pathophysiologische Prozesse zugrunde wie eine permanente Reduktion des intraokularen Flüssigkeitsabflusses, chronische Trabekulitis, Ablagerung von Immunkomplexen im Trabekelmaschenwerk und auch die Bildung von Proteinaggregaten, zum Beispiel nach Bevacizumab-Injektionen.

Dabei gilt: Je häufiger VEGF-Antagonisten injiziert werden und und je kürzer das Intervall zwischen den Injektionen (< 8 Wochen), desto eher kommt es zur anhaltenden Erhöhung des Augeninnendrucks. Es findet sich eine Reduktion des Nervenfaserpolsters um 5,2 Prozent pro Jahr. Nach Daten aus den USA kann es bei circa 30 Injektionen zu einer Skleraausdünnung kommen, da Operateure die Tendenz hätten, jeweils in denselben Quadranten zu injizieren, berichtete Augustin.

Kortikosteroide unterdrücken die Entzündung und verringern den Austritt von Flüssigkeit aus den Blutgefäßen. Ein Vorteil von Ozurdex® (700 µg Dexamethason als intravitreales Implantat in einem Applikator) ist die lang anhaltende Wirkungsdauer, wie sie sich Augustin zufolge in mehreren Real-Life-Studien bei Patienten mit DMÖ gezeigt hat. So wurde in der französischen retrospektiven MOZART-Studie im Durchschnitt 1,2-mal im Halbjahr das Dexamethason-Implantat reinjiziert. Hinsichtlich des richtigen Zeitpunkts einer Wiederbehandlung plädierte Augustin für ein flexibles und individuelles Management der Erkrankung.

Dr. med. Nana Mosler

Quelle: Pressegespräch „DMÖ-Therapie mit dem Dexamethason-Implantat im klinischen Alltag – welchen Benefit hat der Patient?“ beim 28. Internationalen Kongress der Deutschen Ophthalmo-Chirurgen in Leipzig.Veranstalter: Allergan Ophthalmology

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