ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2015Schule für Kranke: Problem nicht erkannt
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. . . An einer Stelle möchte ich korrigieren. Nach Angabe des Verbandes Sonderpädagogik soll es in allen Bundesländern die Schule für Kranke geben. Das stimmt definitiv nicht, da es diese Schulform in Niedersachsen nicht gibt.

Die Versorgung der langfristig erkrankten Kinder und Jugendlichen, sowohl in somatischen als auch in kinder- und jugendpsychiatrischen Häusern, ist hier über Erlasse geregelt, die von Kann-Bestimmungen geprägt sind. Ein erneuter Versuch, bei der Kulturministerin eine Verbesserung der Versorgung sicherzustellen, hat zu der lapidaren Stellungnahme geführt, dass alles gut sei und die „Gründung einer weiteren Förderschulform schulfachlich nicht für sinnvoll gehalten wird, da die Reintegration der erkrankten Schülerin im Mittelpunkt stehen soll. Hier sei eine enge Kooperation mit der zuständigen Schule zu führen.“

Damit wird deutlich, dass das Problem der langfristig kranken Schülerinnen und Schüler überhaupt nicht erkannt wird und daher auch nicht die Notwendigkeit gesehen wird, ausreichend Lehrkräfte für die Schulform zur Verfügung zu stellen. In Niedersachsen ist es so geregelt, dass der Unterricht an Krankenhäusern über Abordnungen aus den umliegenden Schulen sichergestellt wird. Diese Schulen haben allerdings große Probleme, ihre eigenen Unterrichtspläne aufrechtzuerhalten, so dass für die Krankenhäuser wenig übrig bleibt. In vielen kinder- und jugendpsychiatrischen Krankenhäusern Niedersachsens ist es daher derzeitig kaum möglich, eine Unterrichtsversorgung in ausreichendem Maß sicherzustellen . . .

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Dr. med. Filip Caby, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Ärztlicher Direktor des Marien Hospitals Papenburg Aschendorf, 26871 Aschendorf

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