ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2015Randnotiz: Stay positive! Find Love again
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An die Flirt-App „Tinder“ hat man sich gerade gewöhnt, da kommt „Hift“ (http://hift.co). Erstere ist eine Plattform, die ihren Nutzern das Kennenlernen von Menschen in der näheren Umgebung erleichtert. Tinder zeigt dem Nutzer jeweils die Profilfotos, den Vornamen und das Alter einer anderen Person. Durch Wischen (Swipe) eines Fotos nach rechts signalisiert der Nutzer Interesse an der Person, streicht er nach links, kommt kein Kontakt zustande.

Die Smartphone-App „Hift“ geht noch einen Schritt weiter: Nach dem Motto „Stay positive! Find Love, Hope, Care & Support again“ will sie die Partnersuche für Betroffene von Geschlechtskrankheiten vereinfachen, indem sie à la Tinder passende Profile zueinander bringt. Wer also an einer sexuell übertragbaren Krankheit wie HIV, Hepatitis B, Herpes oder Chlamydien leidet, kann dort einen Account erstellen, auf dem er/sie Auskunft über sich und die Erkrankung gibt. Per Foto-Swipe nach links oder rechts lassen sich anschließend Kontakte anbahnen. 400 Millionen Betroffene weltweit zählen den Plattformbetreibern zufolge zur Zielgruppe der Community, die über den Flirt hinaus auch Unterstützung und Austauschmöglichkeiten bieten will.

Das Angebot setzt darauf, dass Menschen bereit sind, freiwillig intimste Informationen von sich im Internet preiszugeben. Für Datenschützer ein Graus. Aber: Das Internet selbst verändert das Verständnis von Datenschutz, Privatheit und Öffentlichkeit, meint der Blogger Sascha Lobo. Vermutlich hat er Recht. Nachdenklich sollte dennoch stimmen, dass der Betreiber sich das Recht vorbehält, seine „Privacy Policy“ jederzeit zu verändern, und er auch für Datenverluste oder -missbrauch keinesfalls einstehen will.

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