ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2015Barmer GEK-Report: Mehr Patienten mit Rückenschmerzen in Kliniken

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Barmer GEK-Report: Mehr Patienten mit Rückenschmerzen in Kliniken

Beerheide, Rebecca

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Immer mehr Eingriffe: Die Zahl der Bandscheiben-Operationen stieg zwischen 2006 und 2014 um 12,2 Prozent. Foto: dpa
Immer mehr Eingriffe: Die Zahl der Bandscheiben-Operationen stieg zwischen 2006 und 2014 um 12,2 Prozent. Foto: dpa

Immer mehr Patienten mit lumbalen Rückenschmerzen kommen in die Klinik und werden dort offenbar nicht adäquat versorgt. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle Krankenhausreport der Barmer GEK, der am 21. Juli in Berlin vorgestellt wurde. Bei einem Drittel der Klinikpatienten finde weder eine Operation an der Wirbelsäule noch eine Schmerztherapie statt. Bei den rund 140 000 betroffenen Patienten werde vor allem bildgebende Diagnostik abgerechnet, die nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden der Barmer GEK, Christoph Straub, auch von niedergelassenen Ärzten erbracht werden könne.

Zwischen 2006 und 2014 stieg dem Report zufolge die Zahl der Bandscheibenoperationen um 12,2 Prozent. Zwei Jahre nach einer Operation werde bei den Patienten zusätzlich immer häufiger eine Versteifungsoperation durchgeführt. Die Barmer GEK setze sich deshalb intensiv für ein Zweitmeinungsverfahren vor jeder Operation ein, erklärte Straub. Dafür habe sie mit 230 Rückenzentren einen Selektivvertrag abgeschlossen. Der Vorsitzende der Barmer GEK plädierte zudem für eine bessere fachübergreifende Vernetzung der niedergelassenen Ärzte, damit bei Patienten die Chronifizierung von Schmerzen vermieden werden könne. Der Hausarzt solle hier als Lotse in die Versorgung eingebunden werden.

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In der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung werden jährlich 1,25 Milliarden Euro für die stationäre Versorgung von Patienten mit lumbalen Rückenschmerzen ausgegeben. Dazu kommen Schätzungen zufolge indirekte Kosten in Höhe von rund sieben Milliarden Euro, die durch Rückenschmerzen verursacht werden. Denn etwa 15 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage sowie 18 Prozent aller Frühverrentungen lassen sich auf Rückenleiden zurückführen. Nach Angaben der Barmer GEK wurden 2014 etwa 18 Millionen Menschen wegen Rückenschmerzen ambulant versorgt. bee

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