ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2015Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Kombination von Gruppen- und Einzeltherapie möglich

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Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Kombination von Gruppen- und Einzeltherapie möglich

Bühring, Petra

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Auch in der tiefenpsychologisch fundierten und in der analytischen Psychotherapie sind zukünftig Einzel- und Gruppentherapie kombinierbar. Bislang ist eine solche Möglichkeit in diesen Verfahren – anders als in der Verhaltenstherapie – nur im Ausnahmefall vorgesehen. Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat am 16. Juli in Berlin eine entsprechende Änderung der Psychotherapie-Richtlinie beschlossen.

Der G-BA ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen. (Foto: G-BA)
Der G-BA ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen. (Foto: G-BA)

„Innerhalb von vier Jahren will der G-BA prüfen, wie sich die Flexibilisierung auf die Inanspruchnahme der Gruppentherapie auswirkt und ob das Ziel einer besseren Versorgung erreicht wird“, sagte Dr. Harald Deisler, Vorsitzender des Unterausschusses Psychotherapie im G-BA. „Damit könnten auch Wartezeiten reduziert werden“, betonte Deisler.

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Bislang macht Gruppenpsychotherapie weniger als zwei Prozent der genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen aus, berichtet die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK). Mit der Flexibilisierung der Richtlinie könnte sie künftig mehr an Bedeutung gewinnen. Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz hatte der Gesetzgeber beschlossen, die Gruppentherapie zu fördern. Die BPtK begrüßt die Änderung der Psychotherapie-Richtlinie, die sie seit Jahren gefordert hatte.

Verständigen sich Therapeut und Patient darauf, Einzel- und Gruppentherapie zu kombinieren, ist ein Gesamtbehandlungsplan zu erstellen. Wird ein Patient gleichzeitig von verschiedenen Therapeuten behandelt, stimmen sie – sofern der Patient hiermit einverstanden ist – ihre jeweiligen Gesamtbehandlungspläne miteinander ab und informieren sich gegenseitig über den Behandlungsverlauf. PB

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