ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2015Psychotherapie: Umgekehrtes Vorgehen
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Wenn auf dem Ärztetag für die Weiterentwicklung und Flexibilisierung der Versorgung psychisch Kranker plädiert wurde, so ist das sehr zu begrüßen. Allerdings vermisse ich an der Stelle auch den Punkt, darauf hinzuweisen und zu fordern, dass dies entsprechend honoriert wird. Dafür kämpfen die Psychotherapeuten schon seit Jahren, leider bislang ohne viel Erfolg.

Schade finde ich es zudem, dass in dem Artikel wieder einmal so getan wird, als verstünden nur die Ärzte und die ärztlichen Psychotherapeuten es, bedarfsgerecht und angemessen Patienten zu behandeln. Deshalb am Ende des Artikels wohl auch der Verweis auf die verpflichtende, auch zukünftige Notwendigkeit zu einer ärztlichen Konsultation, seitens der PP.

Meine Erfahrung und die vieler meiner Kollegen mit den Konsiliarberichten ist aber die, dass dieser nur in seltenen Fällen inhaltlich aussagekräftig ausgefüllt wird.

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Manchmal bleiben die Formulare sogar, bis auf die Unterschrift des ausstellenden Arztes und den notwendigen Kreuzen, gänzlich unausgefüllt.

Ich könnte mir deshalb genauso gut eine umgekehrte Vorgehensweise vorstellen, dass nämlich die behandelnden Psychotherapeuten den/die Patienten/in zum Arzt schicken, wenn sie den Eindruck gewinnen, dass eine weitergehende somatische Abklärung erforderlich ist. Das handhabe ich im Übrigen auch jetzt schon so.

Rita Haring, Psychologische Psychotherapeutin,
49078 Osnabrück

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