ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2015Moderne Technologien am Arbeitsplatz: Ständige Erreichbarkeit macht krank

Referiert

Moderne Technologien am Arbeitsplatz: Ständige Erreichbarkeit macht krank

MS

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

In vielen Berufen wird ständige Erreichbarkeit und sofortiges Reagieren auf E-Mails, SMS und andere Nachrichten erwartet. Auch wenn dies heutzutage normal erscheint und vermeintlich zum modernen Berufsleben dazugehört, kann es ernste negative Konsequenzen haben. Darauf weisen die beiden amerikanischen Arbeitspsychologinnen Larissa Barber und Alecia Santuzzi von der Northern Illinois University (USA) hin. Sie fanden anhand von zwei Befragungen mit insgesamt 657 Teilnehmern heraus, dass die unausgesprochene Norm, ständig erreichbar zu sein und sofort auf Eingänge elektronischer Nachrichten zu reagieren, von vielen betroffenen Berufstätigen als belastend empfunden wird. „Sie beklagen, dass sie sich kaum noch auf eine Sache konzentrieren und in der Freizeit nicht mehr ausreichend erholen können“, berichten Barber und Santuzzi. Zudem befürchten die Berufstätigen, dass ihr Ansehen in den Augen von Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden Schaden nehmen könnte, wenn sie einmal nicht erreichbar sind. Die Folgen davon sind Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme, Überforderung, verringerte Arbeitsleistungen und unüberlegte Entscheidungen. Nebenbei sinkt die Arbeitsmotivation, was sich in Kündigungsgedanken und Absentismus zeigt. Auf lange Sicht stellen sich außerdem Schlafstörungen, körperliche Erkrankungen und Burn-out ein. Die Autorinnen fordern Arbeitnehmer und Arbeitgeber dazu auf, für ungestörte Freiräume im Beruf und in der Freizeit zu sorgen. ms

Barber L, Santuzzi A: Please respond ASAP: Workplace telepressure and employee recovery. Journal of Occupational Health Psycho-
logy 2015; 20(2): 172–89.

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote