ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2015Schweiz: Ja zum elektronischen Patientendossier

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Schweiz: Ja zum elektronischen Patientendossier

Dtsch Arztebl 2015; 112(33-34): A-1356 / B-1138 / C-1110

Krüger-Brand, Heike E.

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Schweizer Bürger können künftig Ärzten ihre medizinischen Daten über eine elektronische Fallakte zugänglich machen. Foto: Fotolia/Wylezich
Schweizer Bürger können künftig Ärzten ihre medizinischen Daten über eine elektronische Fallakte zugänglich machen. Foto: Fotolia/Wylezich

Das Schweizer Parlament hat das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (ePatientendossier) verabschiedet. Damit erhält jeder Bürger dort künftig die Möglichkeit, seine medizinischen Daten über eine elektronische Akte medizinischen Fachpersonen zugänglich zu machen. Das Ergebnis in den Schlussabstimmungen war deutlich: Der Nationalrat genehmigte die Vorlage mit 189 zu fünf Stimmen ohne Enthaltungen, der Ständerat entschied mit 45 zu 0 Stimmen ohne Enthaltungen sogar einstimmig.

Das Bundesgesetz legt die rechtlichen Voraussetzungen fest, unter denen die im Patientendossier enthaltenen medizinischen Daten bearbeitet werden können. Darüber hinaus enthält es technische und organisatorische Mindestanforderungen für alle Beteiligten, um Datensicherheit und Datenschutz zu gewährleisten. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird mit einem Zertifizierungsverfahren sichergestellt.

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Bis zum Schluss war umstritten, ob alle Behandelnden verpflichtet werden sollen, ein ePatientendossier anzubieten. Das Gesetz sieht vor, dass die Krankenhäuser nach einer Übergangsfrist von drei Jahren und Pflegeheime nach fünf Jahren am System teilnehmen. Für die Leistungserbringer im ambulanten Bereich bleibt die Teilnahme freiwillig. Auch die Patienten können selbst entscheiden, ob sie die Anwendung nutzen wollen oder nicht.

Um die Einführung und Verbreitung des ePatientendossiers voranzutreiben, unterstützt die Regierung den Aufbau und die Zertifizierung von Zusammenschlüssen von Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern finanziell für drei Jahre mit 30 Millionen Franken. KBr

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