ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2015Rehabilitation: Geringes Interesse
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Die Autoren schreiben zu Recht „Schwerkranke finden keine Therapie.“ Dabei gibt es für schwer psychisch Kranke eine gute institutionelle Form der Behandlung, die sowohl stationär als auch ambulant angeboten wird: medizinische Rehabilitation in der „Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke“ (RPK). Die Einrichtung der RPK wurde von Anfang an (1986) von den Kostenträgern sehr restriktiv gehandhabt. Das heißt: Es gibt lediglich 1 700 Behandlungsplätze, auf denen – Stand 2012 – 1 300 Rehabilitationen durchgeführt werden. Diese Entwicklung zeigt auch, wie gering das Engagement der Kostenträger ist, eine angemessene Behandlungssituation für Schwerkranke herzustellen. Sie ist allerdings auch ein Hinweis auf nur geringes Interesse der Fachverbände – hier der psychiatrischen, die das Notwendige in der Vergangenheit nur wenig nachdrücklich gefordert haben. Eine Behandlung im Rahmen einer psychosomatischen medizinischen Rehabilitation ist wegen der für Schwerkranke ungeeigneten Therapieprogramme nicht nur nicht zielführend, sondern in vielen Fällen sogar kontraindiziert.

Dr. med. Hermann Mecklenburg, 50668 Köln

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