ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2015Randnotiz: An apple a day
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„An apple a day keeps the doctor away“ oder „Ein Apfel gegessen kurz vor der Nacht, hat manchen Arzt zum Bettler gemacht“. Das sind keine Werbebotschaften von Apfelbauern, denn Studien haben bewiesen, dass die in den Äpfeln enthaltenen Pektine zum Beispiel den Cholesterinspiegel senken können. Dass eine gesunde Ernährung das Risiko kognitiver Einschränkungen und demenzieller Erkrankungen im Alter verringern kann, berichteten kürzlich auch Wissenschaftler in „Neurology“ (2015; 84:2258-2265).

Immer öfter warnen Forscher vor den Folgen einer ungesunden Ernährung: In einer Artikelserie im „Lancet“ (2011; 378: 815–825) vor der sich immer weiter ausbreitenden Adipositas-Epidemie oder im „Lancet Global Health“ (2015; 3: e132–42) vor dem in ärmeren Ländern stark anwachsenden Konsum von Fastfood und zuckerhaltigen Getränken. Sie sprachen sich für Zusatzsteuern auf ungesunde Nahrungsmittel aus, wie es jetzt auch die British Medical Association forderte, um damit die Preise für Obst und Gemüse zu senken.

Zudem fordern die Forscher, ähnlich wie beim Rauchen, die Werbung für ungesundes Essen zu reglementieren, um vor allem Kinder zu schützen. Denn gerade Kleinkinder in armen Familien seien besonders betroffen, meint Hans Biesalski, Direktor des Food Security Centers an der Uni Hohenheim. Falsche Ernährung in den ersten Lebensjahren habe massive Konsequenzen für die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder, warnt der Experte.

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Ernährungsaufklärung an Schulen und für Eltern ist wichtiger denn je. Gesunde Ernährung muss man sich aber auch leisten können: Der Hartz-IV-Regelsatz für die Ernährung der Kleinsten beträgt pro Tag 2, 80 Euro. Viel ist das nicht.

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Avatar #97143
michelvoss
am Mittwoch, 9. September 2015, 11:34

Obst & Gemüse ist hier kostenlos: https://foodsharing.de/

Auch ich selbst esse so täglich 1 bis 2 kg davon.

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