ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2015Versorgung primärer Mammakarzinome bei älteren Frauen mit adjuvanter Therapie

MEDIZIN: Originalarbeit

Versorgung primärer Mammakarzinome bei älteren Frauen mit adjuvanter Therapie

Retrospektive Analyse der Daten von über 3 000 Patientinnen der PATH-Biobank nach zweijährigem Follow-up

The treatment of primary breast cancer in older women with adjuvant therapy—a retrospective analysis of data from over 3000 patients from the PATH Biobank, with two-year follow-up

Dtsch Arztebl Int 2015; 112(35-36): 577-84; DOI: 10.3238/arztebl.2015.0577

Peters, Elke; Anzeneder, Tobias; Jackisch, Christian; Dimpfl, Thomas; Kunz, Georg; Katalinic, Alexander; Waldmann, Annika

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Hintergrund: Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen. Der Rückgang der brustkrebsspezifischen Mortalitätsrate in den letzten 15 Jahren ist bei den über 69-Jährigen im Vergleich zu jüngeren Frauen geringer. Altersgruppenspezifische Therapieunterschiede bei der Krebsbehandlung könnten die Ursache dafür sein.

Methoden: In einer retrospektiven Analyse wurden Patientinnen, die aufgrund eines invasiven Primärtumors ohne Fernmetastasen eine adjuvante Therapie erhielten, aus den Diagnosejahren 2006–2011 der Patients’ Tumor Bank of Hope (PATH)-Datenbank berücksichtigt. Klinische und tumorbiologische Befunde sowie Therapiedaten – letztere aus dem 2-Jahres-Follow-up – wurden in drei Altersgruppen (< 50, 50–69, > 69 Jahre) gegliedert. Mittels Chi-Quadrat-Test wurden signifikante Unterschiede geprüft und Post-hoc-Mehrfachvergleiche ohne sowie mit Bonferroni-Korrektur durchgeführt. Therapiedaten wurden für Staging sowie Grading adjustiert und mit einer logistischen Regression auf Altersgruppenabhängigkeit getestet.

Ergebnisse: Follow-up-Daten lagen von 3 257 (65 %) der 4 981 Frauen vor, von denen 61 % der mittleren und 22 % der höchsten Altersgruppe angehörten. Patientinnen > 69 Jahre erhielten im Vergleich zu 50- bis 69-Jährigen seltener eine brusterhaltende Therapie (68,8 versus 86,4 %; p < 0,001), eine Chemo- sowie Strahlentherapie (27,5 versus 44,1 % und 81,8 versus 92,4 %; p < 0,001) und Trastuzumab (52,9 versus 79,3 %; p < 0,001). Nach Adjustierung blieben diese Unterschiede signifikant.

Schlussfolgerungen: Die Ursache für die beobachteten Altersgruppenunterschiede ist unklar. Die Frage, ob Komorbiditäten oder andere Faktoren wie beispielsweise die individuelle Entscheidung der Patientin für den Therapieverzicht verantwortlich sind, kann nicht beantwortet werden.

LNSLNS

Rund 70 340 Frauen in Deutschland erkrankten im Jahr 2010 an invasiven Tumoren der Brust. Das mittlere Erkrankungsalter lag bei 64 Jahren (1). Damit ist Brustkrebs die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen (1). Aktuell sterben pro Jahr etwa 17 500 Frauen an Brustkrebs (1), von denen mehr als die Hälfte älter als 70 Jahre ist (2). Die Brustkrebsmortalität in Deutschland ist leicht rückläufig (1). Dazu haben in den letzten Jahren im Wesentlichen zwei Faktoren beigetragen: Zum einen haben optimierte Verfahren in der Bildgebung zu einer früheren und sichereren Diagnose von Tumoren geführt, so dass mehr Frauen, bei denen Tumorstadien mit günstiger Prognose gefunden wurden, eine Therapie erhielten. Zum anderen haben Disease-Management-Programme (3), zertifizierte Mammazentren und die Entwicklung neuer zielgerichteter Therapieverfahren (4) zu einer besseren Versorgung sowie einem erhöhten Überleben beigetragen (1, 5, 6). Die adjuvante Therapie mit klassischen Medikamenten hat laut Daten der Early Breast Cancer Trialists’ Collaborative Group (EBCTCG)-Metaanalyse (7) schätzungsweise zu einer relativen Reduktion der kumulativen 15-Jahres-Mortalität von fast 60 % geführt. Darüber hinaus wird angenommen, dass in Zukunft wahrscheinlich bis zu 75 % der potenziellen Todesfälle über 15 Jahre durch adjuvante systemische Therapie verhindert werden (7). Die leitliniengerechte Versorgung wird als entscheidend für die Verbesserung der Ergebnisqualität (krankheitsfreies Überleben, Gesamtüberleben) angesehen (8). Laut S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie sowie Nachsorge des Mammakarzinoms sind in die Therapieentscheidung von Arzt und Patientin Behandlungsoptionen, Nutzen sowie Risiken unter anderem in Abhängigkeit vom Alter einzubeziehen. In der vorliegenden Publikation wird der Frage nach altersgruppenspezifischen Unterschieden in der Therapie des Mammakarzinoms nachgegangen. Dazu wird der annotierende Datensatz der Patients’ Tumor Bank of Hope (PATH)-Biobank analysiert.

Methode

Datengrundlage: PATH-Biobank

Zahlreiche offene Forschungsfragen haben im Jahr 2002 zur Gründung der Stiftung PATH geführt. Ziel ist es, Blut, Tumor- und tumornahes Normalgewebe von sowie für Brustkrebspatienten zu sammeln und einzulagern. Die Gewebeproben werden systematisch mit Patientendaten ergänzt und auf Antrag für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt.

Seit dem Jahr 2004 haben über 7 600 Frauen ihr Einverständnis zur Gewebespende und Speicherung ihrer Daten in der PATH-Biobank gegeben. Neben der dezentralen Lagerung der Bioproben in den Instituten für Pathologie der beteiligten sieben zertifizierten Brustkrebszentren (Deutsche Krebsgesellschaft/Deutsche Gesellschaft für Senologie) werden alle relevanten klinischen und tumorbiologischen Daten aus Arzt- sowie Pathologieberichten erhoben und bereitgestellt. Zusätzliche Informationen werden gewonnen, indem die Patientinnen nachverfolgt und befragt werden. Das erste Follow-up findet nach 2 Jahren statt (9).

Patientenauswahl

Berücksichtigt wurden Daten von Frauen mit einem invasiven Mammakarzinom sowie einer Gewebeeinlagerung in den Jahren 2006 bis 2011 und patientenberichteten Follow-up-Informationen bis 2013. Die Betroffenen wurden jeweils zwei Jahre nach Gewebeeinlagerung kontaktiert, sofern sie hierzu nach erfolgter Aufklärung zustimmten (90,2 % Zustimmungsrate) und aktuelle Kontaktdaten vorlagen (89,6 %). Daten von Patientinnen, die eine neoadjuvante Therapie erhielten, und von Frauen mit Fernmetastasen wurden nicht in die Analyse aufgenommen, da sich bereits durch diese Voraussetzungen Therapieunterschiede ergaben. Bei der neoadjuvanten Therapie wird die Dignität mit Hilfe einer Stanzbiopsie bestimmt. Die Generierung einer Bioprobe ist technisch nicht möglich. Nach Abschluss der neoadjuvanten Therapie ist im Falle einer pathologischen Komplettremission (pCR) entweder kein Gewebe mehr vorhanden oder derart verändert, dass Rückschlüsse auf den ursprünglichen Tumor nicht mehr möglich sind. Bei synchronem Brustkrebs wurde der Fall mit der ungünstigeren Prognose in die Analyse eingeschlossen. Bei Patientinnen, die sowohl mit einem primären Fall als auch mit einem Rezidiv in der Datenbank erfasst sind, wurde nur die Ersterkrankung eingeschlossen. Genauso wurde bei anderen Zweiterkrankungen verfahren.

Statistische Analysen

Die Deskription erfolgte für das Gesamtkollektiv und drei altersstratifizierte Kollektive (Alter bei Diagnose < 50, 50–69, > 69 Jahre) hinsichtlich der TNM-Klassifikation, Tumorbiologie und Therapie. Quantitative Daten wurden mit absoluten und relativen Häufigkeiten abgebildet. Wenn signifikante Altersgruppenunterschiede im globalen Chi-Quadrat-Test gefunden wurden, erfolgten bei einer zweiseitigen Irrtumswahrscheinlichkeit < 5 % Post-hoc-Mehrfachvergleiche ohne und mit Bonferroni-Korrektur. Mit Bonferroni-Korrektur wurde das Signifikanzniveau auf p < 0,0013 angesetzt, da 36 Einzeltests durchgeführt wurden (0,05/36). Um die Zusammenhänge zwischen den Altersgruppen und Therapien nachzuweisen, wurden die logistischen Regressionen – adjustiert für Staging und Grading – berechnet. Dabei bildete die höchste Altersgruppe den Referenzwert. Als Effektschätzer wurden die Odds Ratio (OR) mit dazugehörigen 95-%-Konfidenzintervallen (KI) ermittelt. Die Auswertung erfolgte mit dem Statistikprogramm SPSS 22.0.

Ergebnisse

Im Diagnosezeitraum zwischen 2006 und 2011 lagen in der PATH-Datenbank Informationen von 4 981 Patientinnen entsprechend der Einschlusskriterien vor. Von 3 257 (65,4 %) dieser Frauen waren Follow-up-Daten und damit selbstberichtete Therapiedaten bis 2013 verfügbar. Zum Zeitpunkt, als die Daten für die Auswertung zusammengestellt wurden, lag die Mortalitätsrate bei 4,7 %.

Zwischen den Patientinnen mit Follow-up, über die im Folgenden berichtet wird, und allen anderen – in die Analyse aufgenommenen – Patientinnen zeigten sich hinsichtlich der erhobenen klinischen sowie anamnestischen Merkmale keine relevanten Unterschiede. Das mediane Alter betrug 61 Jahre (eTabelle).

Klinische und anamnestische Daten der PATH-Patientinnen mit und ohne Follow-up (gültige %)
Klinische und anamnestische Daten der PATH-Patientinnen mit und ohne Follow-up (gültige %)
eTabelle
Klinische und anamnestische Daten der PATH-Patientinnen mit und ohne Follow-up (gültige %)

Von den 3 257 Patientinnen mit Follow-up-Befragung waren 575 (17,7 %) bei der Diagnosestellung jünger als 50 Jahre, 1 980 (60,8 %) zwischen 50–69 und 702 (21,6 %) Frauen älter als 69 Jahre. Eine Altersabhängigkeit für anamnestische und klinische Merkmale lag vor. Demnach wiesen Jüngere signifikant häufiger kleinere Tumoren auf als Patientinnen der höchsten Altersgruppe. Die Gruppe der 50- bis 69-Jährigen besaß den kleinsten Anteil Patientinnen mit schlecht differenzierten Tumoren. Im Vergleich zu den beiden jüngeren Altersgruppen war bei den > 69-Jährigen der höchste Anteil größerer Tumore zu finden. Hinsichtlich des Östrogen-, Progesteron- und HER2/neu-Status zeigten sich keine signifikanten Altersgruppenunterschiede (Tabelle 1).

Klinische und anamnestische Daten der PATH-Patientinnen differenziert nach Altersgruppen (gültige %)
Klinische und anamnestische Daten der PATH-Patientinnen differenziert nach Altersgruppen (gültige %)
Tabelle 1
Klinische und anamnestische Daten der PATH-Patientinnen differenziert nach Altersgruppen (gültige %)

Bei den selbstberichteten Therapiemaßnahmen ergab sich, dass 81,2 % der Patientinnen brusterhaltend operiert wurden (Tabelle 2). Insgesamt erhielten 89,1 % eine Strahlentherapie und 45,3 % eine adjuvante Chemotherapie. In den Post-hoc-Mehrfachvergleichen zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen allen drei Altersgruppen für die brusterhaltende Therapie (BET) (alle p < 0,001). Während in der jüngsten und ältesten Altersgruppe bei T1-Tumoren signifikant seltener brusterhaltend therapiert wurde als bei 50- bis 69-Jährigen (85,1 versus 91,0 %, p = 0,004 beziehungsweise 85,5 versus 91,0 %, p = 0,011; nach Bonferroni-Korrektur auf Signifikanzniveau p ≤ 0,0013 nicht signifikant), erhielten Frauen > 69 Jahre bei T2-Tumoren signifikant seltener eine BET als Patientinnen der beiden jüngeren Altersgruppen (60,0 versus 78,9 versus 70,8 %; p < 0,001 und p = 0,035; nach Bonferroni-Korrektur auf Signifikanzniveau p ≤ 0,0013 nicht signifikant). Eine Strahlentherapie erfolgte bei den > 69-Jährigen im Vergleich zu den 50- bis 69-Jährigen Betroffenen sowohl in Verbindung mit BET (93,5 versus 98,1 %; p < 0,001) als auch insgesamt (81,8 versus 92,4 %; p < 0,001) signifikant seltener. Eine adjuvante Chemotherapie wurde in der höchsten Altersgruppe signifikant seltener als in den beiden anderen Altersgruppen angewendet (27,5 versus 44,1 versus 69,2 %; alle p < 0,001) (Grafik). Patientinnen > 69 Jahre erhielten signifikant seltener eine antihormonelle Therapie bei positivem Hormonrezeptorstatus (90,4 % der > 69-Jährigen versus 94,3 % der 50- bis 69-Jährigen; p = 0,003; und 90,4 % der Frauen > 69 Jahre versus 94,4 % der Frauen < 50 Jahre; p = 0,016; beide p-Werte nach Bonferroni-Korrektur auf Signifikanzniveau p ≤ 0,0013 nicht signifikant). Obwohl in den Altersgruppen der Anteil HER2/neu-positiver Karzinome vergleichbar war (13,5 versus 10,4 versus 11,5 %), wurden > 69-jährige Patientinnen signifikant seltener mit Trastuzumab behandelt als Betroffene der beiden anderen Altersgruppen (52,9 versus 79,3 versus 93,3 %; zwischen mittlerer und jüngster Altersgruppe p = 0,031; nach Bonferroni-Korrektur auf Signifikanzniveau p ≤ 0,0013 nicht signifikant; andernfalls p < 0,001).

Anteil der mit Strahlen- und Chemotherapie behandelten Frauen pro Altersgruppe.
Anteil der mit Strahlen- und Chemotherapie behandelten Frauen pro Altersgruppe.
Grafik
Anteil der mit Strahlen- und Chemotherapie behandelten Frauen pro Altersgruppe.
Therapiedaten der PATH-Patientinnen differenziert nach Altersgruppen (gültige %)
Therapiedaten der PATH-Patientinnen differenziert nach Altersgruppen (gültige %)
Tabelle 2
Therapiedaten der PATH-Patientinnen differenziert nach Altersgruppen (gültige %)

In multivariaten Regressionsanalysen wurde auf Staging und Grading kontrolliert. Die zuvor beschriebenen altersabhängigen Therapieunterschiede blieben weitestgehend bestehen: Patientinnen der mittleren und jüngsten Altersgruppe erhielten häufiger eine BET (OR: 2,12; 95-%-KI: 1,68–2,67 und OR: 1,34; 95-%-KI: 1,00–1,79) und eine adjuvante Chemotherapie (OR: 5,83; 95-%-KI: 4,37–7,79 und OR: 15,4; 95-%-KI: 10,64–21,53). Bei 50- bis 69-Jährigen wurde auch öfter eine Strahlentherapie (OR: 2,45; 95-%-KI: 1,85–3,25) als bei Frauen > 69 Jahre eingesetzt. Allerdings war bei < 50-Jährigen die OR der Strahlentherapie nicht signifikant höher (OR: 1,38; 95-%-KI: 0,98–1,94) (Tabelle 3).

Therapiedaten nach Altersgruppen adjustiert für Grading und Staging pT sowie pN*
Therapiedaten nach Altersgruppen adjustiert für Grading und Staging pT sowie pN*
Tabelle 3
Therapiedaten nach Altersgruppen adjustiert für Grading und Staging pT sowie pN*

Diskussion

In der vorliegenden Publikation wird der Frage nach altersgruppenspezifischen Unterschieden in der Therapie des Mammakarzinoms nachgegangen. Dazu wurden von 4 981 Patientinnen aus der PATH-Datenbank 3 257 (65,4 %) Datensätze ausgewählt und in drei Altersgruppen eingeteilt. In allen Altersgruppen waren die Patientenangaben zum Zeitpunkt der Erstdiagnose und des 2-Jahres-Follow-up sowohl weitestgehend vollständig als auch verlässlich (10). Die Ergebnisse zur altersabhängigen Versorgung bestätigen die Resultate von Watermann und Mitarbeitern, die Patientinnendaten von 1995–2000 aus Deutschland ausgewertet haben (11). Ebenso bewiesen die Autoren der vorliegenden Arbeit die Ergebnisse von Kiderlen und Kollegen, die eine Analyse europäischer Daten aus dem Zeitraum von 2008–2012 zur altersabhängigen Therapie des Mammakarzinoms durchführten (12). Um eine Alphafehler-Kumulierung zu vermeiden, wurden die Ergebnisse zusätzlich mit Bonferroni-Korrektur berechnet und bei Abweichungen unkorrigierter Ergebnisse aufgeführt. Mit dieser konservativen Methode ist es schwieriger, ein signifikantes Testergebnis zu erzielen, so dass eventuelle logische und stochastische Abhängigkeiten zwischen den Teststatistiken unterschätzt werden.

Studienkollektiv

Patientinnen, die bei der PATH-Biobank oder einer anderen Versorgungsstudie registriert sind, weisen ein geringfügig jüngeres Alter und günstigere Tumorstadien als alle in Deutschland erkrankten Frauen auf (pT1: 52 %; pT2: 37 %; pT3: 5 %; pT4: 6 %) (1, 13, 14). Dadurch würde sich die geringere Mortalitätsrate zum Zeitpunkt, als die Daten der PATH-Patientinnen für die Auswertung zusammengestellt wurden, erklären lassen. Diese Rate entsprach der Mortalität in der VERDI-Studie nach nur einem Jahr (15). Auch Patienten, die in Therapiestudien eingeschlossen werden, sind häufig überdurchschnittlich jünger und weisen eher günstigere Tumorstadien auf (1518), da typische Begleiterkrankungen oft als Ausschlusskriterien einer Studienteilnahme fungieren (19, 20). Evidente Erkenntnisse für ältere Brustkrebsbetroffene liegen damit nicht in ausreichender Menge vor, obwohl die Mehrheit der gynäkologisch-onkologischen Patientinnen > 65 Jahre alt ist. Die Zahl der > 59-jährigen Frauen wird in Deutschland in den nächsten 15 Jahren um 3,1 Millionen (23 % Zuwachs) steigen und damit auch der Anteil potenziell älterer Brustkrebspatientinnen. Unter den in dieser Studie eingeschlossenen PATH-Teilnehmerinnen sind ein Fünftel (n = 702) älter als 69 Jahre (21).

Werden alle Frauen, die zum Studienzeitpunkt in die PATH-Biobank aufgenommen und in der vorliegenden Analyse berücksichtigt wurden, mit den Frauen, die an dem Follow-up teilnahmen, verglichen, zeigt sich kein klinisch relevanter Selektionsprozess. Um mögliche Störgrößen auszuschließen, wurden Betroffene mit primär fernmetastasiertem Karzinom und neoadjuvant therapierte Patientinnen ausgeschlossen. Trotz der niedrigeren Rücklaufrate beim Follow-up im Vergleich zu anderen Studien zur Versorgungsforschung in der Onkologie (22, 23), repräsentieren diese Patientinnen zwar alle eingeschlossenen PATH-Teilnehmerinnen, aber dennoch nicht alle Brustkrebspatienten Deutschlands.

Therapeutische Versorgung

Prognose und Therapie des Mammakarzinoms werden durch das Stadium bei Erstdiagnose sowie die Tumorbiologie bestimmt. Die Karzinome jüngerer PATH-Patientinnen sind nicht signifikant häufiger HER2/neu-positiv und tripelnegativ. Betroffene dieser Altersgruppe sind damit nicht öfter an prognostisch eher ungünstigeren Tumoren erkrankt (24). Bezogen auf das Tumorstadium weist die für das Brustkrebs-Screening relevante mittlere Altersgruppe von 50–69 Jahren den größten Anteil an T1- und den kleinsten Anteil an T3- sowie T4-Tumoren auf. Patientinnen der höchsten Altersgruppe von > 69 Jahren zeigen häufiger fortgeschrittene und schlecht differenzierte Tumoren.

In verschiedenen Studien wurde eine Altersabhängigkeit der medizinischen Versorgung gezeigt (14, 25, 26). Dies wird durch die selbstberichteten Therapieangaben der PATH-Patientinnen bestätigt. Die beobachteten Unterschiede der BET entsprechen ungefähr denen, die in der OVIS-Studie beobachtet wurden (14). Laut Benchmarking Jahresbericht 2012 des Westdeutschen Brust-Centrums konnten aufgrund der Tumorgröße und Multizentrizität oder auf Wunsch der Patientin 27 % der Frauen nicht brusterhaltend operiert werden (27). Werden die systemischen Therapien gemeinsam betrachtet, zeigt sich bei den Teilnehmerinnen der PATH-Biobank sowie der OVIS-Studie ein Altersgradient: Jüngere erhalten häufiger eine systemische Therapie als ältere Frauen (14). Bei Frauen aus der PATH-Biobank ist dies vor allem auf den häufigeren Einsatz einer Chemotherapie bei jüngeren Frauen zurückzuführen, obwohl ältere Patientinnen von modernen Chemotherapien trotz des erhöhten Risikos für therapiebedingte hämatologische Toxizität und Sterblichkeit genauso profitieren können (28).

Populationsbezogene Analysen bestätigen die vorliegenden Daten: Bei älteren Patientinnen > 69 Jahre wird auf adjuvante Radiotherapie in größerem Ausmaß als in anderen Altersgruppen verzichtet, obwohl die Strahlentherapie nach der BET die lokale Tumorkontrolle in allen Altersgruppen optimiert und die Rezidivrate reduziert (2932). Frühere Studien befassten sich mit der Reduktion der Mortalität durch den Einsatz der Strahlentherapie bei älteren Frauen (3337). Die Prime-II-Studie zum Mammakarzinom zeigt nach einer medianen Nachbeobachtung von fünf Jahren, dass die Häufigkeit des ipsilateralen In-Brust-Rezidivs (IBR) von 1,3 % in der Gruppe der bestrahlten Patientinnen gegenüber 4,3 % in der ohne Bestrahlung keinen Einfluss auf das 5-Jahres-Überleben (93,3 %), das rezidivfreie Überleben oder Fernmetastasen hat (38). Die Prime II-Studie wurde unter modernen Therapieverfahren durchgeführt. Die Patientinnen wurden randomisiert auf zwei Gruppen mit und ohne Ganzbrustbestrahlung im Diagnosezeitraum von 2003–2009 aufgeteilt. Basierend auf diesen Daten könnte bei günstiger Biologie und kleiner Größe der Tumoren in begründeten Einzelfällen die Indikation der postoperativen Strahlentherapie älterer Patientinnen diskutiert werden, wenngleich dieser Punkt in der aktuellen S3-Leitlinie noch nicht aufgegriffen wird. Die Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie erwägen dagegen in Einzelfällen ein individualisiertes Vorgehen bei älteren, vor allem fragilen Patientinnen (8, 39). Ob diese Entwicklung Grundlage für den nachgewiesenen Unterschied in der Anwendungshäufigkeit der Strahlentherapie ist, konnte nicht geklärt werden.

Der seltenere Einsatz einer antihormonellen Therapie und von Trastuzumab bei Patientinnen > 69 Jahren deckt sich mit der Beobachtung, dass weniger ältere Frauen adjuvant medikamentös behandelt werden. Für die antihormonelle Therapie könnten das Nebenwirkungsspektrum in Verbindung mit der langfristigen Ausrichtung der Medikation über meist fünf Jahre die Entscheidungsfindung von Betroffenen und Ärzten beeinflussen (40). Die signifikant seltenere Gabe von Trastuzumab an Patientinnen > 69 Jahre ist in Zusammenhang mit der bereits angegebenen weniger häufigen chemotherapeutischen Versorgung zu sehen, da eine adjuvante Chemotherapie Voraussetzung ist (e1). Ebenso ist die Verabreichung in Therapiezyklen über einen mehrmonatigen Zeitraum und die intravenöse Applikation für einen Teil der Frauen in der Therapieentscheidung hinderlich.

Gemäß der S3-Leitlinie sollten ältere eine den jüngeren Brustkrebspatientinnen vergleichbare systemische adjuvante Therapie erhalten. Entscheidend für die Auswahl sind die Organfunktionen und die Komorbiditäten.

Fazit

Ältere Brustkrebspatientinnen aus dem PATH-Kollektiv werden weniger häufig brusterhaltend operiert und erhalten seltener eine Strahlen- sowie Chemotherapie und zielgerichtete Behandlung im Vergleich zu jüngeren Frauen. Inwieweit Komorbiditäten oder andere Faktoren den Therapieverzicht der in den PATH-Daten eingeschlossenen Patientinnen begründen, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch unbeantwortet. Aufgrund der Art der Datenerhebung konnte in dieser retrospektiven Analyse nicht untersucht werden, welchen Stellenwert und Einfluss die Therapieeinstellung des Behandelnden in Verbindung mit der Haltung der Patientin haben. Die Ursachenforschung erfordert weitere Studien, insbesondere Experten- und Patientinneninterviews sowie eine bessere Stratifizierung der Altersgruppe in Abhängigkeit von der Lebenserwartung und den Komorbidität. Losgelöst von der Erforderlichkeit einer partizipativen Entscheidungsfindung im Einzelfall kann die beschriebene Altersabhängigkeit der Therapieversorgung unter anderem vermuten lassen, warum US-amerikanische Brustkrebspatientinnen > 70 Jahre im Vergleich zu Deutschen eine höhere 5-Jahres-Überlebensrate aufweisen (e2).

Danksagung
Es sei allen Patientinnen, die sich bereit erklären, Proben in die PATH-Biobank einzulagern, und ihre Krankheitsgeschichte zu teilen, herzlich gedankt. Ohne ihre Unterstützung wäre die Forschungsarbeit nicht möglich. Außerdem sei allen beteiligten Gynäkologen und Pathologen der Kooperationsgruppe der Stiftung PATH-Biobank (www.stiftungpath.org/kooperationspartner) für ihr Engagement gedankt. Kooperationspartner der PATH-Biobank sind: Prof. Jackisch, Dr. Braun (Sana Klinikum Offenbach); Prof. Ortmann, Prof. Hofstädter (Universitätsklinikum Regensburg); Prof. Wagner, Prof. Moll (Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg); Prof. Dimpfl, Prof. Berger (Klinikum Kassel); Prof. Tannapfel, Dr. Ergönenc (Kooperatives Brustzentrum Bochum/Herne, Ruhruniversität Bochum); Prof. Göhring, Prof. Büttner (Johanniter Krankenhaus Bonn, Universitätsklinikum zu Köln); PD Dr. Kunz, Dres. Dykgers, Langwieder, Rees (St.-Johannes-Hospital Dortmund, Institut für Pathologie im Josefshaus). Ohne die finanzielle Unterstützung von Privatpersonen und Unternehmen (stiftungpath.org/organisation/foerderer-sponsoren) könnte PATH-Biobank nicht bestehen. Ihnen gilt unser besonderer Dank.

Interessenkonflikt

PATH ist eine eigenständige Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie ist gemeinnützig und arbeitet unabhängig von wirtschaftlichen Interessen. Die Stiftung PATH will mit ihrer Gewebebank molekularbiologische Forschungsvorhaben in der Krebsdiagnostik und -therapie fördern. Förderer und Sponsoren der Stiftung PATH sind Roche Pharma, Grenzach; Amgen, München; AstraZeneca, Wedel; Bristol-Myers Squibb, München; Förderverein Robert Janker Krebsstiftung e. V., Bonn; GlaxoSmithKline, München; Henkel Stiftung, Düsseldorf; MammaMia, das Bruskrebsmagazin; Notare Zimmermann und Hauschild, Düsseldorf; Novartis Pharma, Nürnberg; Pfizer Oncology, Berlin; Pierre Fabre, Freiburg; Revierinitiative Bochum Herne; Unterweger Healthcare Communication, Hamburg; viele private Spender und der Verein Brustkrebs Deutschland.

Dr. Anzeneder ist Mitarbeiter der PATH-Biobank.

Prof. Jackisch bekam Beraterhonorare (Advisory Board) von den Firmen Roche Pharma AG und Genomic Health. Er erhielt Unterstützung (Drittmittel) für die Durchführung von klinischen Auftragsstudien von den Firmen Roche Pharma AG und Celgen Pharma.

PD Dr. Kunz wurde für einen senologischen Vortrag honoriert von der Firma Roche.

PD Dr. Waldmann bekam anlässlich eines PATH-Anwendertreffens Reisekostenerstattung von PATH.

Die übrigen Autoren erklären, dass keine weiteren als die oben genannten Interessenkonflikte bestehen.

Manuskriptdaten
eingereicht: 7. 3. 2015, revidierte Fassung angenommen: 2. 6. 2015

Anschrift für die Verfasser
Dipl.-Gesw. Elke Peters
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Ratzeburger Allee 160
23562 Lübeck
Elke.Peters@uksh.de

Zitierweise
Peters E, Anzeneder T, Jackisch C, Dimpfl T, Kunz G, Katalinic A, Waldmann A: The treatment of primary breast cancer in older women with adjuvant therapy—a retrospective analysis of data from over 3000 patients from the PATH Biobank, with two-year follow-up. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 577–84.
DOI: 10.3238/arztebl.2015.0577

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Zusatzmaterial
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eTabelle:
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Prof. Dr. med. Katalinic, PD Dr. rer. nat. Waldmann
Stiftung PATH, Augsburg: Dr. med. Anzeneder
Gynäkologie und Geburtshilfe, Sana Klinikum Offenbach: Prof. Dr. med. Jackisch
Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Klinikum Kassel: Prof. Dr. med. Dimpfl
Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, St. Johannes Hospital, Dortmund: PD Dr. med. Kunz
Institut für Krebsepidemiologie e. V., Universität zu Lübeck: Prof. Dr. med. Katalinic
* im Namen der Kooperationsgruppe der Stiftung PATH
Anteil der mit Strahlen- und Chemotherapie behandelten Frauen pro Altersgruppe.
Anteil der mit Strahlen- und Chemotherapie behandelten Frauen pro Altersgruppe.
Grafik
Anteil der mit Strahlen- und Chemotherapie behandelten Frauen pro Altersgruppe.
Klinische und anamnestische Daten der PATH-Patientinnen differenziert nach Altersgruppen (gültige %)
Klinische und anamnestische Daten der PATH-Patientinnen differenziert nach Altersgruppen (gültige %)
Tabelle 1
Klinische und anamnestische Daten der PATH-Patientinnen differenziert nach Altersgruppen (gültige %)
Therapiedaten der PATH-Patientinnen differenziert nach Altersgruppen (gültige %)
Therapiedaten der PATH-Patientinnen differenziert nach Altersgruppen (gültige %)
Tabelle 2
Therapiedaten der PATH-Patientinnen differenziert nach Altersgruppen (gültige %)
Therapiedaten nach Altersgruppen adjustiert für Grading und Staging pT sowie pN*
Therapiedaten nach Altersgruppen adjustiert für Grading und Staging pT sowie pN*
Tabelle 3
Therapiedaten nach Altersgruppen adjustiert für Grading und Staging pT sowie pN*
Klinische und anamnestische Daten der PATH-Patientinnen mit und ohne Follow-up (gültige %)
Klinische und anamnestische Daten der PATH-Patientinnen mit und ohne Follow-up (gültige %)
eTabelle
Klinische und anamnestische Daten der PATH-Patientinnen mit und ohne Follow-up (gültige %)
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