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Wir danken den Kollegen Mühlbauer, Sybrecht und Tasci für die Lektüre unseres Artikels (1). Der Stellenwert der Therapie mit Omalizumab bei schwerem Asthma ist in unserem Artikel korrekt vor dem Hintergrund der verfügbaren Literatur und der klinischen Erfahrung wiedergegeben (1). Die Meinung des Kollegen Mühlbauer, dass Omalizumab pharmakologisch wertlos sei, ist nicht nachvollziehbar. Auch sind die „enttäuschten Erfahrungen“ des Kollegen Sybrecht mit Omalizumab nicht verallgemeinerbar. Bei sorgfältig phänotypisierten Patienten mit schwerem, IgE-vermitteltem Asthma geht die Therapie mit Omalizumab oft mit unerwartet starken Verbesserungen klinisch relevanter Parameter wie der Exazerbationsrate einher. Dies spiegelt sich auch in der Studienlage wider, die die Kollegen Mühlbauer und Sybrecht nur oberflächlich zitieren: In der Zulassungsstudie von Humbert et al. aus dem Jahre 2005 waren schwere Exazerbationen unter Omalizumab-Therapie um 50 % reduziert, und zwar ohne jedes „statistische Adjustierungsmanöver“ (2), weshalb wir diese Zahl auch in unserem Artikel genannt haben (1). Die mäßig aussagekräftige Studie von Bardelas et al. hatte hingegen nicht die Exazerbationen, sondern unter anderem eine unvalidierte und unscharfe 5-Punkte-Skala, die den Eindruck des Untersuchers bezüglich des Therapie-Erfolgs subjektiv wiedergibt („IGETE“), als Endpunkt (3). Jede Reduktion schwerer Exazerbationen ist jedoch gerade für Patienten mit schwerem Asthma klinisch relevant und wichtigstes Ziel einer Omalizumab-Therapie (4). Die Auffassung der Kommentatoren, dass bei diesen Patienten Omalizumab nicht einmal „einen therapeutischen Versuch wert sei“, wird weder den Betroffenen noch der wissenschaftlichen Evidenz und klinischen Erfahrung gerecht. Auch die bloße Aufzählung der Nebenwirkungen aus der Fachinformation spiegelt die therapeutische Wirklichkeit nicht wider und ist in der getätigten Form irreführend: Selbst die von den Autoren zitierten RCTs berichten von Nebenwirkungen auf Placeboniveau (3). Wir sehen daher die Bedenken der Kollegen Mühlbauer und Sybrecht sogar von den von ihnen zitierten Studien widerlegt. Desweiteren regen wir an, zusätzlich zu rein pharmakologischen Betrachtungsweisen auch klinische Erfahrungen und die Erkenntnisse aus Real-life-Studien hinzuzuziehen. Wir raten daher unverändert, bei Patienten mit schwerem, IgE-vermittelten Asthma, zu einem Therapieversuch mit Omalizumab, da dies sowohl wissenschaftlich als auch klinisch gut belegt ist.

Wir begrüßen den Hinweis des Kollegen Tasci auf die Komorbidität von schlafbezogenen Atmungsstörungen beim Asthma und weisen darauf hin, dass unser Artikel dies an prominenter Stelle unter der Rubrik „Adhärenz, Trigger und Komorbiditäten“ erwähnt (1).

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0601c

Prof. Dr. med. Marek Lommatzsch

Prof. Dr. med. Johann Christian Virchow

Abteilung für Pneumologie/interdisziplinäre internistische Intensivstation

Universität Rostock

marek.lommatzsch@gmx.de

Interessenkonflikt

Prof. Lommatzsch erhielt Honorare für Beratungen und Vorträge sowie Reisekosten und Teilnahmegebühren von den Firmen Allergopharma, Astra Zeneca, Bencard, Berlin-Chemie, Boehringer-Ingelheim, Chiesi, GSK, Janssen-Cilag, MSD, Mundipharma, Novartis, Nycomed/Takeda, TEVA, UCB. Darüber hinaus bekam er von Astra Zeneca Honorare für klinische Auftragsstudien und Gelder für Forschungsvorhaben von der Firma GSK.

Prof. Virchow erhielt Honorare für Beratungen und Vorträge sowie Reisekosten und Teilnahmegebühren von den Firmen Allergopharma, Astra Zeneca, Avontec, Bayer, Bencard, Berlin-Chemie, Bionorica, Boehringer-Ingelheim, Chiesi, Essex/Schering-Plough, GSK, Janssen-Cilag, Leti, MEDA, Merck, MSD, Mundipharma, Novartis, Nycomed/Takeda, Pfizer, Revotar, Roche, Sanofi-Aventis, Sandoz-Hexal, Stallergens, TEVA, UCB, Zydus/Cadila. Darüber hinaus bekam er Gelder für Forschungsvorhaben von der Firma GSK und MSD.

1.
Lommatzsch M, Virchow JC: Severe asthma: definition, diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 847–55 VOLLTEXT
2.
Humbert M, Beasley R, Ayres J, et al.: Benefits of omalizumab as add-on therapy in patients with severe persistent asthma who are inadequately controlled despite best available therapy (GINA 2002 step 4 treatment): INNOVATE. Allergy 2005; 60: 309–16 CrossRef MEDLINE
3.
Bardelas J, Figliomeni M, Kianifard F, Meng X: A 26-week, randomized, double-blind, placebo-controlled, multicenter study to evaluate the effect of omalizumab on asthma control in patients with persistent allergic asthma. J Asthma 2012; 49: 144–52 CrossRef MEDLINE
4.
Lommatzsch M, Korn S, Buhl R, Virchow JC: Against all odds: anti-IgE for intrinsic asthma? Thorax 2014; 69: 94–6 CrossRef MEDLINE PubMed Central
1.Lommatzsch M, Virchow JC: Severe asthma: definition, diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 847–55 VOLLTEXT
2.Humbert M, Beasley R, Ayres J, et al.: Benefits of omalizumab as add-on therapy in patients with severe persistent asthma who are inadequately controlled despite best available therapy (GINA 2002 step 4 treatment): INNOVATE. Allergy 2005; 60: 309–16 CrossRef MEDLINE
3.Bardelas J, Figliomeni M, Kianifard F, Meng X: A 26-week, randomized, double-blind, placebo-controlled, multicenter study to evaluate the effect of omalizumab on asthma control in patients with persistent allergic asthma. J Asthma 2012; 49: 144–52 CrossRef MEDLINE
4.Lommatzsch M, Korn S, Buhl R, Virchow JC: Against all odds: anti-IgE for intrinsic asthma? Thorax 2014; 69: 94–6 CrossRef MEDLINE PubMed Central

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