ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2015Kohlekraftwerke: Verantwortungslos und fahrlässig
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Der Artikel über die Gesundheitsgefahren aus Kohlekraftwerken erscheint genau zur richtigen Zeit, da sich in den neuesten politischen Vereinbarungen einmal wieder bestätigt, dass diese Gefahren vollkommen unerwähnt bleiben, wenn unseren Politikern von den großen Energiekonzernen das Zauberwort „Arbeitsplätze“ eingehaucht wird. Ich möchte zu dem Thema noch einen wichtigen Punkt ergänzen: Braunkohlekraftwerke sind für circa 50 Prozent der deutschen Quecksilberemissionen verantwortlich. Mikroorganismen wandeln es in das 100-mal giftigere Methylquecksilber um, es gelangt in die Nahrungskette und wird vor allem über Fische aufgenommen. Da es die Blut-Hirn-Schranke und die Plazenta-Barriere passiert, kann es schwere neurologische Schäden vor allem bei Neugeborenen und Kleinkindern verursachen. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen hat 2013 Quecksilber und dessen Verbindungen als globale Bedrohung für die Umwelt und die menschliche Gesundheit eingestuft. Dennoch sind noch immer weitere Kohlekraftwerke bei uns im Bau und in der Planung. Die Vorgaben für den Quecksilberausstoß aus Kohlekraftwerken fallen gegenüber vergleichbaren Regelungen, wie zum Beispiel in den USA, im Kohleland Deutschland und in Europa weit zurück, obwohl es möglich wäre, allein durch die Anwendung der modernsten Quecksilber-Minderungstechnologien den deutschen Quecksilberausstoß in wenigen Jahren zu halbieren.

Zusammengefasst erscheint das politische Handeln mir derzeit verantwortungslos und fahrlässig.

Dr. med. Gabriele Nebe-Brauer, 33647 Bielefeld

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Avatar #97143
michelvoss
am Dienstag, 1. September 2015, 13:36

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für 50 % der deutschen Quecksilberemissionen verantwortlich.

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