ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2015USA: „Libido-Pille“ für Frauen zugelassen

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USA: „Libido-Pille“ für Frauen zugelassen

Meyer, Rüdiger

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Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Drängen von Lobbyisten nachgegeben und einen ursprünglich als Antidepressivum entwickelten Wirkstoff zur Behandlung von sexuellen Appetenzstörungen von Frauen („Hypoactive Sexual Desire Disorder“, HSDD) zugelassen. Das „Viagra für Frauen“ zeigte in klinischen Studien nur eine geringfügig bessere Wirkung als ein Placebo. Es darf nur von zertifizierten Ärzten verschrieben und von zertifizierten Apothekern abgegeben werden.

Geringer Effekt, viele Nebenwirkungen: Flibanserin (Addyi®) steht in der Kritik. Foto: dpa
Geringer Effekt, viele Nebenwirkungen: Flibanserin (Addyi®) steht in der Kritik. Foto: dpa

Flibanserin wurde von Boehringer Ingelheim Italia als Antidepressivum entwickelt. Der gemischte Serotonin-Agonist/Antagonist, enttäuschte aber in den klinischen Studien. Die weiblichen Teilnehmer berichteten jedoch über eine Steigerung der bei Depressionen oft verminderten Libido.

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Das Mittel ist laut der US-Fachinformation indiziert zur Behandlung von prämenopausalem HSDD. Die Störung ist definiert als vermindertes sexuelles Verlangen, das die Betroffenen als ausgesprochen belastend empfinden. Flibanserin darf nicht verordnet werden, wenn das HSDD durch medizinische oder psychiatrische Störungen verursacht wurde oder eine Folge von Partnerkonflikten ist.

Zu den Gegenanzeigen gehört unter anderem der Konsum von Alkohol sowie die gleichzeitige Behandlung mit mäßigen oder starken CYP3A4-Inhibitoren. Die blutdrucksenkende Wirkung ist der Grund, warum es nur abends eingenommen werden darf.

Diesen Risiken steht eine schwache Wirkung gegenüber. In der größten der drei Studien steigerte Flibanserin die Zahl der sexuell befriedigenden Ereignisse (SSE) von 2,5 auf 5,0 pro Monat. Unter Placebo kam zu einem Anstieg der SSE von 2,7 auf 4,2 pro Monat. rme

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