ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2015Verbrennungswunden: Kühlung umstritten
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Vielen Dank an die Kollegen aus dem Klinikum St. Georg für die Vorstellung aktueller Handlungsempfehlungen bei Verbrennungswunden.

Im Artikel wird (mit Einschränkungen) Ersthelfern das Kühlen von Brandwunden empfohlen. Diese Kühlung ist umstritten: So hatten schon Trupkovic et al. im DÄ 6/2010 beschrieben, dass die Verhinderung des „Nachbrennens“ eine Überlegung aus dem Tiermodell ist, die sich nicht ohne Weiteres in die Erste Hilfe übertragen lässt.

Trupkovic und Kollegen hatten infrage gestellt, ob die Kaltwassertherapie durch Ersthelfer mit ihren Einschränkungen überhaupt Nutzen hat. In die gleiche Richtung geht die Empfehlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH), deren Empfehlungen Grundlage der Erste-Hilfe-Kurse in Deutschland sind. Seit 2011 werden Brandwunden nach diesen Empfehlungen „aufgrund der daraus resultierenden Gefahr der Unterkühlung grundsätzlich nicht mehr gekühlt“. Allenfalls zur Schmerzlinderung können „kleinflächige Verbrennungen (zum Beispiel Finger) sofort circa zwei Minuten mit Wasser abgekühlt werden“.

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Literatur beim Verfasser

Markus Wedemeyer, 27578 Bremerhaven

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