ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2015GOÄ-Ratgeber: Abrechnung von Impfungen

PRIVATABRECHNUNG

GOÄ-Ratgeber: Abrechnung von Impfungen

Wiesener, Tina

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Die Abrechnung von Impfungen nach der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) wirft häufig Fragen auf. So ist zum Beispiel immer wieder streitig, welcher Gebührenordnungsnummer die erbrachte Leistung im Einzelfall gebührenrechtlich zutreffend zuzuordnen und wann die Impfberatung zusätzlich berechnungsfähig ist.

Hierzu nachstehende Anmerkungen (gleiche Rechtsauffassung: Kommentierung nach Brück et al. zu Kapitel C V., Allgemeine Bestimmungen und zu den Nrn. 375 bis 378 GOÄ):

Mit den im Kapitel C V. GOÄ „Impfungen und Testungen“ aufgeführten Gebührenpositionen nach den Nrn. 375 bis 378 GOÄ werden Impfungen vergütet. Gemäß der 3. Allgemeinen Bestimmung des Kapitels C V. sind „(n)eben den Leistungen nach den Nummern 376 bis 378 … die Leistungen nach den Nummern 1 und 2 und die gegebenenfalls erforderliche Eintragung in den Impfpass nicht berechnungsfähig.“

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Der sich hieraus ergebende Ausschluss der Berechnungsfähigkeit der Beratung, zu der auch die Erhebung der Impf- und Allgemeinanamnese, Information über den Nutzen und die Aufklärung über Impfrisiken etc. gehören, neben der Impfleistung gilt jedoch nicht für die Nr. 375 GOÄ „Schutzimpfung (intramuskulär, subkutan) – gegebenenfalls einschließlich Eintragung in den Impfpass“, da diese Gebührennummer nicht in der Aufzählung der Gebührenpositionen in der 3. Allgemeinen Bestimmung aufgeführt ist.

Allerdings ist auch bei Ansatz der Nr. 375 GOÄ die gesonderte Inrechnungstellung der Eintragung der Impfung in den Impfpass gemäß Leistungslegende dieser Gebührenposition ausgeschlossen. Auch bei der Verwendung eines Mehrfachimpfstoffes ist Nr. 375 GOÄ nur einmal berechnungsfähig.

Für den Fall, dass neben einer oralen Schutzimpfung (zum Beispiel gegen Polio) eine subkutane oder intramuskuläre Impfung erfolgt, sind die Nrn. 375 GOÄ und 376 GOÄ „Schutzimpfung (oral) – einschließlich beratendem Gespräch“ nebeneinander berechnungsfähig. Der Ansatz der Nr. 377 GOÄ „Zusatzinjektion bei Parallelimpfung“ anstelle Nr. 375 GOÄ ist für die beschriebene Konstellation nicht zutreffend, da es sich in diesem Fall bei der Injektionsleistung um eine Erstinjektion und nicht um eine Zusatzinjektion handelt. Wird hingegen neben einer intramuskulären oder subkutanen Impfung eine zweite Impfung mittels Injektion durchgeführt, so kann neben Nr. 375 GOÄ die Nr. 377 GOÄ in Ansatz gebracht werden. Da in diesem Fall dann der Ansatz der Nr. 1 GOÄ (80 Punkte) gebührenrechtlich nicht möglich ist, wird ein Verzicht auf den Ansatz der Nr. 377 GOÄ (50 Punkte) empfohlen.

Bei Durchführung einer Tetanus-Simultanimpfung ist die Nr. 378 GOÄ „Simultanimpfung (gleichzeitige passive und aktive Impfung gegen Wundstarrkrampf)“ zutreffend und eine Kombination anderer Gebührenpositionen, zum Beispiel der Nrn. 375 GOÄ und 377 GOÄ, nicht zulässig. Dr. med. Tina Wiesener

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