ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2015Psychisch kranke Kinder: Eltern müssen Behandlung akzeptieren

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Psychisch kranke Kinder: Eltern müssen Behandlung akzeptieren

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In die Behandlung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher werden häufig die Eltern mit eingebunden. Ein Grund dafür ist, dass das betroffene Kind mit ihnen zusammenlebt und sie direkten Einfluss auf das Kind haben. Es ist daher wichtig, dass sie die Erkrankung verstehen und akzeptieren, Hilfe suchen, die Behandlung mit durchführen und die Therapieerfolge mit aufrechterhalten. Die Psychologen Dianne Shanley (Griffith University, Australien) und Graham Reid (University of Western Ontario, Kanada) befragten 487 Eltern von vier bis 15 Jahre alten, psychisch erkrankten Kindern in Kanada, was sie zur Mitarbeit in der Therapie ihrer Kinder motivieren würde. Die Eltern sagten, dass sie eine Therapie vor allem dann akzeptierten und unterstützten, wenn sie sichtbare Erfolge erkennen würden und wenn die Therapie ihnen das Gefühl geben würde, selbst etwas tun zu können. „Je mehr die Eltern meinten, durch eine Therapie Kontrolle über die Erkrankung ihres Kindes zu bekommen, desto eher waren sie bereit, sich in die Therapie einzubringen“, berichten die Autoren. Bei chronischen Erkrankungsverläufen waren die Eltern auch eher offen für eine ergänzende medikamentöse Behandlung und dafür, mehrere Personen in die Therapie einzubeziehen und verschiedene Therapiemethoden auszuprobieren. Laut Shanley und Reid sind viele Eltern psychisch belastet und nehmen gerne jede Hilfe an, sofern sie ihnen sinnvoll erscheint. Darüber hinaus ist es den Eltern wichtig, dass ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden und dass ihre Vorstellungen von der Therapie mit denen des Therapeuten übereinstimmen. Sind diese Voraussetzungen gegeben, dann lassen sie sich für die Begleitung, Teilnahme und Unterstützung einer Therapie psychisch erkrankter Kinder gewinnen. ms

Shanley D, Reid G: The impact of parents‘ illness representations on treatment acceptability for child mental health problems. Journal of Emotional and Behavioral Disorders 2015; 23: 115–27.

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