ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2015Typ-2-Diabetes: Alogliptin ist auch bei akutem Koronarsyndrom sicher

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Typ-2-Diabetes: Alogliptin ist auch bei akutem Koronarsyndrom sicher

Vetter, Christine

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Der DPP-4-Inhibitor Alogliptin ist bei Patienten mit Typ-2-Diabetes nach akutem Koronarsyndrom (ACS) nicht mit einer erhöhten Inzidenz schwerer kardiovaskulärer Komplikationen (Major Adverse Cardiac Events, MACE) assoziiert. Das ergab die EXAMINE-Studie (Examination of Cardiovascular Outcomes with Alogliptin versus Standard Care Patients with Type 2 Diabetes Mellitus and Acute Coronary Syndrome). 5 380 Patienten mit Typ-2-Diabetes und vorangegangenem ACS (15 bis 90 Tage) wurden zusätzlich zur Standardtherapie mit Alogliptin (n = 2 701) oder Placebo (n = 2 679) behandelt. Das Follow-up betrug median 533 Tage. Als MACE-Endpunkte waren die Gesamtmortalität, die Rate nicht fataler Herzinfarkte und Schlaganfälle sowie die Notwendigkeit einer notfallmäßigen Revaskularisation aufgrund einer instabilen Angina pectoris und die Hospitalisierung wegen einer Herzinsuffizienz vordefiniert.

Im Beobachtungszeitraum kam es unter Alogliptin zu 433 (16,0 %) und unter Placebo zu 441 (16,5 %) MACE-Endpunkten (Hazard ratio [HR] 0,98, 95-%-Konfidenzintervall [KI]: 0,86–1,12). Eine Post-hoc-Analyse der Daten ergab eine Rate an Klinikeinweisungen wegen einer Herzinsuffizienz von 3,1 % unter Alogliptin versus 2,9 % unter Placebo (HR 1,07, 95-%-KI: 0,79–1,46). Auch der kombinierte Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod und Klinikeinweisung wegen Herzinsuffizienz war in den beiden Gruppen vergleichbar (HR 1,00, 95-%-KI: 0,82–1,21).

Fazit: In der Examine-Studie fanden sich keine Hinweise auf eine Erhöhung der Herzinsuffizienz-bedingten Klinikaufnahmen bei Typ-2-Diabetikern nach akutem Koronarsyndrom bei Therapie mit dem DPP-4-Inhibitor Alogliptin. „Das Ergebnis ist relevant, da in der Savor-TIMI-53-Studie unter einem anderen DPP-4-Hemmer entsprechende Beobachtungen gemacht wurden“, erläutert Prof. Dr. med. Baptist Gallwitz, Universitätsklinikum Tübingen und Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Der Diabetologe weist explizit darauf hin, dass auch in Savor-TIMI-53 die kardiovaskuläre Sicherheit am primären Endpunkt gezeigt wurde. Ebenso konnte in der Studie TECOS unter Sitagliptin die kardiovaskuläre Sicherheit des DPP-4-Hemmers belegt werden. Gallwitz: „Zusammengefasst zeigt sich, dass die DPP-4-Hemmer gegenüber der Standardtherapie bezüglich eines kombinierten kardiovaskulären Endpunkts einschließlich Myokardinfarkt, kardiovaskulärer Mortalität und Schlaganfall sicher sind“. Christine Vetter

Zannad F, et al.: Heart failure and mortality outcomes in patients with type 2 diabetes
taking alogliptin versus placebo in EXAMINE:
a multicenter, randomized, double-blind trial, Lancet 2015; 385: 2067–76.

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