ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2015Frage der Woche an . . . Dr. Andrea Grebe, Vorsitzende der Geschäftsführung des Krankenhauskonzerns Vivantes

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Dr. Andrea Grebe, Vorsitzende der Geschäftsführung des Krankenhauskonzerns Vivantes

Zusammen mit der Charité haben Sie am Standort des Vivantes Klinikums im Friedrichshain das erste gemeinsame Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) eröffnet. Was erhoffen Sie sich von dieser Kooperation?

Glöser, Sabine

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Zusammen mit der Charité haben Sie am Standort des Vivantes Klinikums im Friedrichshain das erste gemeinsame Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) eröffnet. Was erhoffen Sie sich von dieser Kooperation?

Grebe: Vivantes und die Charité arbeiten schon seit Jahren erfolgreich zusammen. Mit diesem Kooperationsprojekt wollen wir eine noch bessere Versorgung speziell für Tumorpatienten anbieten. Man sollte aber nicht verschweigen, dass unsere Zusammenarbeit auch einen ökonomischen Hintergrund hat. Wir haben insgesamt mehr als neun Millionen Euro in Bau und Ausstattung des Zentrums investiert. Das ist angesichts der wirtschaftlichen Situation, in der sich die Krankenhäuser befinden, eine hohe Summe. Beide Einrichtungen, Vivantes und Charité, hätten jeweils investieren müssen, insofern profitieren beide von dem gemeinsamen Weg.

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Am meisten profitieren aber die Berliner Patientinnen und Patienten. Gerade im Bereich der ambulanten onkologischen Versorgung können wir mit diesem Angebot die Qualität der Versorgung noch einmal deutlich verbessern. In dem neuen MVZ am Vivantes Klinikum im Friedrichshain, einem Haus der Maximalversorgung, haben wir eine Verbindung geschaffen zwischen medizinischen Experten auf höchstem Universitätsniveau und der modernsten Technik, die derzeit verfügbar ist: zwei Linearbeschleuniger der neuesten Generation sowie einem Planungs-Computertomographen. Mit diesem MVZ arbeiten aber nicht nur Vivantes und Charité eng zusammen, sondern auch niedergelassene Fach- und Hausärzte. Gerade beim Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung von onkologischen Patienten gibt es bislang immer noch mehr Reibungsverluste als nötig. Die wollen wir hiermit vermeiden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass unsere Patienten einen noch intensiveren Zugang zu wissenschaftlichen Studien erhalten sollen. Wir rechnen damit, dass wir allein an diesem Standort künftig etwa 1 300 Patienten pro Jahr versorgen werden. Vivantes hat im Jahr 2014 knapp 10 000 Krebspatienten stationär behandelt und sich mit seinen drei großen onkologischen Zentren in den vergangenen Jahren an zahlreichen klinischen Studien beteiligt. Das Charité Comprehensive Cancer Center gehört mit seinen klinischen Studien zu den international renommierten Spitzenzentren der Krebsmedizin in Deutschland. Hier werden also die Expertisen kommunaler und universitärer Medizin sinnvoll gebündelt.

Unser Projekt hat in dieser Form bundesweit Pilotcharakter – und darauf sind wir auch ein bisschen stolz. sg

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