ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2015Börsebius: Panik allerorten

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Börsebius: Panik allerorten

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So, nun ist es also passiert. Der DAX büßte vor ein paar Tagen bis zu 7,8 Prozent ein und damit darf wieder von einem „schwarzen Montag“ und einem veritablen Börsencrash geredet werden. Die besorgten Börsianer wollen alle wissen, ob dies denn nun der Anfang vom Ende der langjährigen Hausse ist und ob es nicht besser sei, auf der jetzigen niedrigeren Kursbasis zu verkaufen. Die Abwärtsbewegung zieht sich ja nun schon seit Wochen hin und hat sich Ende August lediglich stark beschleunigt und das bei stark steigenden Umsätzen. Epizentrum der Krise war und ist China. Das Land hat bekanntlich mehrfach seine Währung abgewertet. Damit sind die Befürchtungen einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft real unterfüttert.

Die schlechten Nachrichten kommen aber nicht nur aus China. Die Rohstoffpreise schwächeln im Moment, die Schwellenländer kriseln auch, in Griechenland steht eine Parlamentswahl bevor und alle Welt rätselt über das Wann und Wie einer Leitzinserhöhung in den USA. Letztendlich sind aber auch die Börsennotierungen ohnehin auf einem verdammt hohen Niveau gewesen. „Schuld“ daran waren die Politik des leichten Geldes und die extrem niedrigen Zinsen.

Es gibt also genügend Gründe, die erstens den Crash erklären und zweitens ein weiteres starkes Schwanken der Börsennotierungen erwarten lassen. Aber Panik allerorten heißt auch, die Irrationalität feiert fröhliche Urstände. Angst war noch nie ein guter Ratgeber. Bei genauem Hinsehen stimmt es zwar, dass sich in China das Wirtschaftswachstum verlangsamt, es befindet sich aber immer noch auf einem erklecklich respektablen Niveau. Darüber hinaus ist die Abwertung des Yuan so schlimm auch nicht, korrigiert sie lediglich vorangegangene Aufwertungen. Andere Länder wären heilfroh über ein Wachstum von nach wie vor fünf Prozent. Es ist halt alles immer nur eine Frage des Blickwinkels.

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Für die Börsen mindestens genauso wichtig ist aber die Frage, ob denn nun die Leitzinsanhebung in den USA kommt oder nicht. Der ganze Heckmeck um diese Frage schürt erst recht die Ängste und muss schnell beendet werden. Mir persönlich wäre es viel lieber, die Zinserhöhung käme schon im September plus der Ansage, dass nur behutsam angehoben wird. Ich bin ganz zuversichtlich, dass die Fed klug entscheidet, und daher bin ich recht optimistisch für ein Happy End an den Börsen dieser Welt.

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