ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2015Universität Leipzig: Wie es wirklich war
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Es ist immer wieder bedauerlich und erstaunt schon, wie schnell doch historische Ereignisse in Vergessenheit geraten . . .

Ich habe an der Universität in Leipzig studiert und dann auch an einer dortigen Universitätsklinik gearbeitet. Die Ereignisse, gerade 1989, habe ich sehr bewusst erlebt und kann mich noch sehr, sehr gut daran erinnern.

Nun schreibt Ihre Autorin im obigen Beitrag: „Die permanenten Personalengpässe spitzten sich ab April 1989 dramatisch zu, als die Ausreise über Ungarn möglich wurde.“ Dies ist völlig falsch . . .

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Im April 1989 waren die Grenzen für „Ausreisen“, wie seit vielen Jahren, immer noch dicht geschlossen. Allerdings gab es die Möglichkeit, nach einem entsprechenden Antrag per Visum, das man damals in der DDR als „Reiseanlage“ bezeichnete, nach Ungarn in den Urlaub zu reisen (allerdings auch nicht für alle DDR-Bürger . . .). In Ungarn waren die Grenzen zu den „westlichen Ländern“ (Österreich und im weiteren Sinne Jugoslawien) immer noch für DDR-Bürger nicht passierbar! . . .

Erst in der Nacht vom 10. zum 11. September 1989 öffnete die ungarische Regierung die Grenzen für seit Juli in Ungarn ausharrende Tausende DDR-Bürger. Innerhalb von vier Wochen haben dann etwa 40 000 DDR-Bürger, darunter auch Ärzte, über Ungarn die Möglichkeit zu einer „Ausreise“ genutzt!

Und von da an gab es dann tatsächlich
vorübergehende personelle Probleme in einigen Kliniken der DDR, auch in Leipzig, also ab Mitte September 1989.

Dr. med. Reinhard Fischer, 83355 Grabenstätt

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