ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2015Detlef Schuppan: Verständnis der Immunologie der Zöliakie

PERSONALIEN

Detlef Schuppan: Verständnis der Immunologie der Zöliakie

Marx, Catrin

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Detlef Schuppan, Foto: Peter Pulkowski, Universitätsmedizin Mainz
Detlef Schuppan, Foto: Peter Pulkowski, Universitätsmedizin Mainz

Mehr als 18 000-mal wurden die Publikationen zur Zöliakieforschung von Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Detlef Schuppan, Gastroenterologe aus Mainz, bislang zitiert. Der 61-Jährige hatte bereits 1997 mit seiner damaligen Arbeitsgruppe an der Freien Universität Berlin die Gewebetransglutaminase (TG2) in der Pathogenese, Diagnose und Behandlung der Zöliakie identifiziert. Seine Entdeckung, dass TG2 das Autoantigen der Zöliakie ist, hat zu einem grundlegenden Verständnis der Immunologie geführt. Denn er fand heraus, dass das körpereigene Enzym aufgenommenes Gluten enzymatisch so verändert, dass es besser an die HLA-Moleküle DQ2 oder DQ8 der Zöliakie-Patienten bindet und damit eine stärkere Immunreaktion im Darm auslöst. Damit gilt die Zöliakie als am besten charakterisierte Autoimmunerkrankung, bei der ein definierter äußerer Auslöser durch ein körpereigenes Enzym und auf der Basis einer genetischen Veranlagung eine chronische Entzündung auslöst.

Schuppan ist Leiter des Instituts für Translationale Immunologie der Universitätsmedizin Mainz und Professor an der Harvard Medical School in Boston, USA. In Mainz betreut er, neben seiner Forschung, Patienten an der deutschlandweit einmaligen Ambulanz für Zöliakie, Weizensensitivität und Dünndarmerkrankungen.

Anzeige

Bereits am 17. April hat die Jury der Universität Tampere, Finnland, die grundlegenden Forschungsergebnisse von Schuppan zum Anlass genommen, den mit 15 000 Euro dotierten, erstmals vergebenen „Maki Celiac Disease“-Tampere-Preis dem in Essen geborenen Gastroenterologen zu verleihen. Catrin Marx

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote