ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2015GOÄ-Ratgeber: Zur Abrechnung von Probeexzisionen bei endoskopischen Untersuchungen

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GOÄ-Ratgeber: Zur Abrechnung von Probeexzisionen bei endoskopischen Untersuchungen

Gorlas, Stefan

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Die Leistungslegenden endoskopischer Untersuchungen – beispielhaft sei die der Nummer 687 GOÄ („Hohe Koloskopie bis zum Coecum – gegebenenfalls einschließlich Probeexzision und/oder Probepunktion“) genannt – werden hinsichtlich ihres fakultativen Bestandteils der Probeexzision manchmal so ausgelegt, dass mit einem Ansatz der Gebührennummer nur eine einzige Probeexzision abgegolten wäre und weitere Probeexzisionen mit einem Ansatz der Nr. 2401 GOÄ („Probeexzision aus oberflächlich gelegenem Körpergewebe [zum Beispiel Haut, Schleimhaut, Lippe]“) berechnungsfähig wären.

Die Formulierung „gegebenenfalls einschließlich Probeexzision und/oder Probepunktion“, die sich in den Leistungslegenden der mit den Nrn. 679 bis 692, 700, 701 und 1155 GOÄ berechnungsfähigen endoskopischen Untersuchungen findet, ist im sogenannten kollektiven Singular gehalten. Insofern sind über die vorgenannte Formulierung auch mehrere Probeexzisionen abgebildet und können gemäß den GOÄ-Kommentaren von Brück und Nachfolgern (Deutscher Ärzte-Verlag) sowie Hoffmann (Kohlhammer Verlag) neben der endoskopischen Gebührenposition, beispielsweise der Nr. 687 GOÄ für die Koloskopie, nicht gesondert berechnet werden. Gleiches gilt für die Formulierung „Probeexzision“ in anderen Leistungslegenden, beispielsweise in denen der Nrn. 678, 1104, 1156, 2084 und 3300 GOÄ.

Dass der Verordnungsgeber mit der vorgenannten Formulierung im kollektiven Singular bei der Abrechnung endoskopischer Untersuchungen nicht nur eine einzige Probeexzision vor Augen hatte, lässt sich auch daraus ableiten, dass beispielsweise im Rahmen einer Koloskopie, falls ein pathologischer Befund festgestellt wird, häufig mehrere Probeexzisionen erfolgen müssen, um eine repräsentative Aussage über die Dignität des Befundes zu erhalten.

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Ein durch die Entnahme mehrerer Probeexzisionen entstandener höherer Zeitaufwand für die endoskopische Untersuchung kann gegebenenfalls gemäß § 5 Abs. 2 GOÄ über den Steigerungsfaktor berücksichtigt werden.

Hingegen ist die Entfernung eines oder mehrerer Polypen mittels Hochfrequenzelektroschlinge beziehungsweise die Schlingenbiopsie mittels Hochfrequenzelektroschlinge neben den endoskopischen Untersuchungen nach den Nrn. 682 bis 685 und 687 bis 689 GOÄ mit dem Ansatz der Nr. 695 GOÄ und neben der Nr. 690 GOÄ mit dem Ansatz der Nr. 696 GOÄ berechnungsfähig. Dr. med. Stefan Gorlas

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