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Medizinstudium 2020: Studierende ante portas

Hörmann, Karl Daniel; Stein, Doron Benjamin

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Viele Studierende wünschen sich eine Überarbeitung der ärztlichen Approbationsordnung. Foto: dpa
Viele Studierende wünschen sich eine Überarbeitung der ärztlichen Approbationsordnung. Foto: dpa

Das Medizinstudium steht vor seiner nächsten Reform. „Medizinstudium 2020“ heißt das Stichwort. Mit dabei: die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd).

Mit ihrem Koalitionsvertrag hat sich die schwarz-rote Bundesregierung auf einen „Masterplan Medizinstudium 2020“ festgelegt. Danach sollen sich Bund und Länder auf eine „strukturelle und inhaltliche Neuordnung des medizinischen Studienganges“ verständigen: Eine wichtige Grundlage für die Verhandlungen sind die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Weiterentwicklung des Medizinstudiums in Deutschland.

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Zu den beratenden Institutionen gehört die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd), welche die Meinung der rund 85 000 Medizinstudierenden vertritt. In einer aktuellen Stellungnahme äußert sie sich kritisch zur momentanen Situation der medizinischen Lehre und bezieht gegenüber dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Ministerium für Bildung und Forschung zu den drei vorab definierten Kernthemen der Reform Stellung.

Der erste Kernpunkt beinhaltet eine „zielgerichtetere Auswahl der Studienplatzbewerber“. Die bvmd fordert eine Abschaffung der Wartezeit- sowie der Abiturbestenquote. Stattdessen sollten neben der Abiturnote ein fachspezifischer Studierfähigkeitstest sowie abgeschlossene Berufsausbildungen und Freiwilligendienste mit einbezogen werden.

Ein weiteres Schwerpunktthema des Masterplans ist die „Förderung der Praxisnähe“, welche die bvmd in ihrer Stellungnahme ausdrücklich begrüßt. Sie entspricht der Forderung der Studierenden nach einem reformierten Curriculum, das kommunikative und wissenschaftliche Kompetenzen stärker gewichtet. Darüber hinaus sollten die Fakultäten laut den Studierenden ein bundesweit einheitliches Kerncurriculum definieren, das ausreichend Freiraum für die individuelle Ausgestaltung des Studiums lässt. Außerdem drängt die bvmd die Ministerien in ihrer Stellungnahme zu einer grundlegenden Überarbeitung der ärztlichen Approbationsordnung, die stärkere Gestaltungsspielräume für die Fakultäten und eine bessere Verzahnung von Klinik und Vorklinik erlauben soll.

Aufgrund des drohenden Hausärztemangels widmet die Politik den dritten Punkt der Reform der „Stärkung der Allgemeinmedizin“. Die bvmd sieht hier vor allem die medizinischen Fakultäten in der Pflicht: Über die Einrichtung eines Lehrstuhls an allen Standorten sowie die Integration allgemeinmedizinischer Lehrinhalte während der gesamten Studiendauer werde das Fach aufgewertet. Außerdem sollten Förderprogrammen Medizinstudierende für diese Fachrichtung gewinnen.

Um dieser eigenen Forderung nachzukommen, hat die bvmd zusammen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) das Projekt „Land.in.Sicht“ ins Leben gerufen, welches interessierten Studierenden Famulaturplätze in Landarztpraxen vermittelt und sie finanziell während ihrer Zeit in der Praxis unterstützt.

Karl Daniel Hörmann, Universität des Saarlandes, Homburg, 6. Semester,
Doron Benjamin Stein,Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, 9. Semester

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