ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2015Reportage: Beziehungsangst
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Ein erfreuliches Interesse gilt in einigen Fachzeitschriften plötzlich der Arzt-Patient-Kommunikation, ärztliche Beobachtungen und methodische Vorschläge ermutigen zum „Beziehungsaufbau“, der mit „Haltung, Verhalten und Sprache“ dann doch eher die Besserwisserei des Gesundheitssachverständigen statt der gewünschten Kompetenz befürchten lässt.

Zum Glück ist auch das „Fühlen“ erwähnt. Da es hierfür aber keine evidenzbasierte Leitlinie gibt, bringt eine persönliche emotionale Bereitstellung den Wissenschaftler in das Dilemma der Angst vor Unwissenschaftlichem oder gar Spekulativem.

Ist es Unkenntnis oder Verdrängung, dass nicht ein einziges Mal der Name „Balint“ auftaucht, obwohl Balint-Arbeit inzwischen ja in der Weiter­bildungs­ordnung verankert ist?

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Seit Jahrzehnten kultivieren die Balint-Gesellschaften dieser Welt die Klärung der Arzt-Patient-Beziehung, die ganz spontan im ersten Moment der Begegnung entsteht und den ganzen Behandlungsverlauf prägt.

So bleibt zu hoffen, dass „Mut zum Beziehungsaufbau“ eigentlich zum Ende von „Angst vor Beziehungsklärung“ auffordert.

Dr. med. Welf Raschke, 90766 Fürth

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