Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Wenn es etwas gibt, was deutschen Sparern immer noch Respekt einflößt, dann sind es die Einlagensicherungssysteme hierzulande. Auf die ist Verlass, glauben viele und legen ihre Ersparnisse getrost in Festgeldern an. Die verschiedenen Sicherungssysteme der Banken sind ein Garant des Vertrauens, egal ob es sich hier um eine Volksbank, Raiffeisenbank, Sparkasse oder eine der großen Privatbanken handelt. Das deutsche Einlagensicherungssystem insgesamt ist demnach Spitze. „Gottlob ist das so, bei dem Institut meines Vertrauens bin ich schließlich sicher“, mag der Betrachter hier frohgemut denken.

Doch plötzlich ist bei den nationalen Sicherungseinrichtungen Sturmwarnung angesagt. Es ist zwar nichts Neues, dass es schon immer Kräfte gab, die diese Systeme „vergemeinschaften“ wollten, es lebt sich ja auch schließlich famos vom Geld anderer Leute.

Finanzminister Schäuble vertraute bisher vor allem auf die EU-Sparerrichtlinie, an der er und seine Beamten auch wesentlich mitgebastelt hatten. Diese sieht denn auch nur eine „freiwillige“ gegenseitige Unterstützung der Sicherungseinrichtungen vor. Auf gut deutsch also: Da ist von woanders nichts zu holen.“

Anzeige

Plötzlich aber ist die Luft nicht mehr so rein wie zuvor. Im Juli preschte – von den Medien weitgehend unbeachtet – der EU-Kommissions-Vize Valdis Dombrovskis vor und kündigte eine „umgehende Konsultation“ an. Gemeint ist hier eine gesetzgeberische Initiative. Donald Tusk, derzeit EU-Ratspräsident, legte sofort nach und forderte eine komplette Zusammenführung der Euro-Sicherungssysteme. Das Argument: Wenn es schon einen Haftungsverbund der Banken in Sachen Abwicklung gibt, dann doch bitteschön auch in Sachen Einlagensicherung.

Die Einrede ist so niederträchtig wie falsch. Abwicklung und Einlagensicherung sind zwei Paar Stiefel. Wer das nicht versteht, zerstört das Vertrauen in die nationalen Sicherungseinrichtungen nachhaltig und riskiert im Falle des Falles einen Flächenbrand. Wehret den Anfängen. Und zwar mit aller Macht.

Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“

Nicht wie gewohnt am 1. Samstag des Monats, sondern wegen des Feiertags zum Tag der Deutschen Einheit erst am 10. Oktober 2015, können Sie in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20). Die kostenfreie Telefonberatung ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote