ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2015Herzinsuffizienz: Rheinland-Pfalz fördert Telemedizin

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Herzinsuffizienz: Rheinland-Pfalz fördert Telemedizin

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Das rheinland-pfälzische Ge­sund­heits­mi­nis­terium unterstützt mit fast 400 000 Euro für ein weiteres Jahr das Telemedizinprojekt „E.He.R. versorgt“. In dem Projekt soll eine Basis für die flächendeckende und wohnortnahe medizinische und pflegerische Versorgung von Herzpatienten entstehen (www.eher-telemedizin.de). „Wir haben in Rheinland-Pfalz rechtzeitig die Weichen für Telemedizin gestellt und starten jetzt mit der Umsetzung in die Fläche“, erklärte hierzu Ge­sund­heits­mi­nis­terin Sabine Bätzing-Lichtenthäler in Mainz.

Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE und seine Projektpartner, die Deutsche Stiftung für chronisch Kranke, das Westpfalz-Klinikum und die vitaphone GmbH, implementieren und evaluieren flächendeckende Telematikanwendungen für Rheinland-Pfalz. Ziel ist ein Versorgungskonzept, das maßgeschneiderte medizinische Leistungen weitgehend orts- und zeitunabhängig anbietet. Das Fraunhofer-Institut ist für die Anforderungsanalyse und Befragung der Ärzte, die Qualitätssicherung der Daten und die Datenanalyse verantwortlich. Die Erfahrungen aus einem Pilotprojekt in der Modellregion Kaiserslautern sollen auf eine weitere Region ausgedehnt werden. Voraussichtlich in Bitburg-Prüm sollen die erforderliche Infrastruktur und Versorgungsprozesse zur Betreuung von Patienten mit akuter und chronischer Herzinsuffizienz via Telemedizin geschaffen werden.

Eine qualitativ hochwertige Versorgung müsse auch künftig auf dem Land gewährleistet sein, betonte Bätzing-Lichtenthäler. Durch den Einsatz von Telematik blieben den Patienten oft lange Wege zum Spezialisten erspart, und die Anzahl der Arztbesuche könne gesenkt werden. „Die durchweg positiven Ergebnisse bestätigen sowohl den Nutzen als auch die technische Machbarkeit und Konformität mit den datenschutzrechtlichen Anforderungen“, so die Ministerin.

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Die klinische Studie des Westpfalz-Klinikums unter Leitung von Prof. Dr. med. Burghard Schumacher in dem Pilotprojekt hat ergeben, dass die kontinuierliche telemedizinische Betreuung, die eine zeitnahe Anpassung der Therapie unterstützt, den Gesundheitszustand der Patienten signifikant verbessert. Auch das seelische Gleichgewicht der Programmteilnehmer wurde positiv beeinflusst, und die wahrgenommene Lebensqualität stieg deutlich an. Insgesamt waren die Patienten mit der telemedizinischen Versorgung sehr zufrieden. EB

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