SUPPLEMENT: Perspektiven der Pneumologie & Allergologie

Editorial

Dtsch Arztebl 2015; 112(40): [3]

Zylka-Menhorn, Vera

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Dr. med. Vera Zylka-Menhorn, Ressortleiterin Medizinreport/Perspektiven
Dr. med. Vera Zylka-Menhorn, Ressortleiterin Medizinreport/Perspektiven

Der Intrakutantest ist neben dem Pricktest das wichtigste Hauttestverfahren zum Nachweis von Typ-1-Allergien (siehe auch Artikel „Allergiediagnostik in der Praxis“). Doch die hierfür erforderlichen Fertigallergenlösungen werden in Deutschland wahrscheinlich bald nicht mehr zur Verfügung stehen, wie die verschiedenen Fachgesellschaften für Allergologie berichten. Hintergrund dieser Entwicklung ist die Umsetzung von europäischen Direktiven in nationales Recht.

Danach sind Testlösungen für die Allergiediagnostik Arzneimittel im Sinne des Arzneimittelgesetzes und bedürfen für den Vertrieb einer Zulassung. Da der Erwerb dieser Zulassung für die Hersteller mit hohem Aufwand verbunden ist, kam in Deutschland seit 1992 kein Testallergen zur Intrakutantestung mehr neu auf den Markt. Hinderlich ist zudem, dass die Kosten für den fortlaufenden Qualitätsnachweis und die Pharmakovigilanz gestiegen sind. Die Folge: Die Hersteller ziehen die bereits erteilten Zulassungen für diese Allergiediagnostika zurück. Allein 2013 waren es 443 – Tendenz steigend. Die allergologischen Fachverbände halten dies für eine fatale Entwicklung und bemühen zur Verdeutlichung ein Beispiel aus der Radiologie: Für dieses Fachgebiet käme es einer Zurücknahme sämtlicher Röntgen-Kontrastmittel vom Markt gleich – womit die Durchführung entsprechender diagnostischer Untersuchungen unmöglich würde.

Dr. med. Vera Zylka-Menhorn
Ressortleiterin Medizinreport/Perspektiven

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote