ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2015Verdacht auf KHK-bedingte Angina pectoris: CT-Koronarangiographie erhöht die Diagnosesicherheit

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Verdacht auf KHK-bedingte Angina pectoris: CT-Koronarangiographie erhöht die Diagnosesicherheit

Siegmund-Schultze, Nicola

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Bei neu auftretenden Schmerzen im Brustbereich ist eine KHK als Ursache nicht immer erkennbar, vor allem bei jüngeren Patienten. In der schottischen SCOT-HEART-Studie wurde der Nutzen der computertomographischen Koronarangiographie (CTCA) bei stabiler Angina pectoris untersucht. 4 146 Patienten, die wegen Verdachts auf eine KHK-bedingte Symptomatik an kardiologische Zentren überwiesen wurden und keine Kontraindikationen für eine CTCA hatten wie schwere Niereninsuffizienz oder Kontrastmittelallergie, wurden randomisiert: In einer Gruppe mit Koronarkalk-Score-Bestimmung und CTCA, in der anderen mit dem in der Studie als Standarddiagnostik angegebenem Prozedere: wenn möglich und nötig Belastungs-EKG und andere Untersuchungen wie Echokardiographie. Diagnose, Untersuchungen und Therapiestrategien wurden dokumentiert. Der primäre Endpunkt war die Zuverlässigkeit der Diagnose nach CTCA im Vergleich zum Standardprozedere 6 Wochen nach Klinikaufenthalt.

47 % der Teilnehmer erhielten die Primärdiagnose KHK, 36 % die einer KHK-verursachten Angina pectoris. Bei 27 % in der CTCA-Gruppe führte diese Bildgebung in Bezug auf die Diagnose KHK zu einer Neubewertung und bei 23 % in Bezug auf die Diagnose KHK-bedingte Angina. Durch die CTCA erhöhten sich sowohl Sicherheit als auch Häufigkeit der Diagnose KHK im Vergleich zur Standarddiagnostik (p = 0,0172), bei Diagnose einer KHK-bedingten Angina pectoris erhöhte sich zwar die Zuverlässigkeit, nicht aber die Häufigkeit. Die Neuklassifizierungen nach CTCA wirkten sich auf geplante Untersuchungen aus: So wurden nach CTCA 121 funktionelle Belastungsuntersuchungen und 29 invasive Koronarangiographien (Herzkatheter) abgesagt, aber 94 Koronarangiographien und 5 Belastungstests neu angeordnet. Änderungen gab es auch bei präventiven und symptomatischen Therapien (23 vs. 5 %; p < 0,0001). Nach median 1,7 Jahren war im CTCA-Arm das Risiko für tödliche und nichttödliche Myokardinfarkte im Vergleich zur Standarddiagnostik um 38 % reduziert (26 vs. 42 Ereignisse), allerdings nicht signifikant (p = 0,0527).

Fazit: Bei Verdacht auf KHK-bedingte Angina pectoris präzisiert die CTCA die Diagnose und kann dazu beitragen, Interventionen zielgerichteter zu machen.

Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze

The SCOT-HEART-Investigators: CT coronary angiography in patients with suspected angina due to coronary heart disease (SCOT-HEART): an open-label, parallel-group, multicentre trial. Lancet 2015: 385: 2383–91.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote