ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2015Integration: Qualität statt Quantität
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. . . Keiner erwartet, dass die Kollegen aus dem Ausland von Anfang an „perfekt“ Deutsch sprechen (wäre ideal aber auch etwas unfair), aber gute bis sehr gute Sprachkenntnisse sind unverzichtbar . . .

Der Anspruch und das Arbeitspensum in deutschen Kliniken ist sehr hoch, und ein Berufsanfänger muss am Anfang die sogenannte Basisarbeit leisten: Anamneseerhebung, Untersuchung, Stationsarbeit, Dienste, Briefe und am allerwichtigsten die Kommunikation mit den Patienten und Angehörigen. Funktionieren diese Bereiche aufgrund schlechter Sprachkenntnisse nicht optimal, führt dies zur Frustration bei den Kollegen, die Patienten fühlen sich schlecht verstanden und behandelt und die Qualität nimmt ab!

Bereits jetzt erkennt man zunehmend, dass die aktuellen Anforderungen mit dem B2-Zertifikat für den Klinikalltag nicht ausreichen. Meiner Meinung nach sollte hier das Niveau deutlich nach oben geschraubt werden. Die deutsche Sprache sollte und muss die wichtigste Voraussetzung sein, wenn ein/eine Kollege/Kollegin bei uns arbeiten möchte und nicht die Nationalität oder EU-Zugehörigkeit! . . .

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Ich selbst lebe erst seit zehn Jahren in Deutschland und spreche nicht perfekt Deutsch. Ich kann sehr genau nachfühlen, was diese Kollegen durchmachen, wenn sie wegen der Sprache nicht klarkommen. Sie brauchen ganz sicher jegliche Hilfe, damit sie sich bei uns wohlfühlen . . . aber sie müssen auch wissen, dass die Sprache das A und O ist.

Nur weil andere Länder uns diese Ärzte wegschnappen könnten, dürfen wir keine Kompromisse bei der Qualität machen.

Abhishek Pandey, Oberarzt, Klinik für Urologie, Kinderurologie, Urologische Onkologie und Palliativmedizin, Sana Klinikum Hof, 95032 Hof

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