ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2015US-Notenbank: Zinswende aufgeschoben

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US-Notenbank: Zinswende aufgeschoben

dpa

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Die Nullzinsen gehen in die Verlängerung: Die US-Notenbank zeigt sich von den jüngsten Börsen-Turbulenzen beeindruckt und spielt bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik weiter auf Zeit. Der Leitzins bleibe unverändert auf dem Rekordtief zwischen null und 0,25 Prozent, teilte die Federal Reserve (Fed) Mitte September in Washington mit.

Auf diesem historisch niedrigen Niveau verharrt der Zins, zu dem Banken Zentralbankgeld leihen können, bereits seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Ende 2008. Aber neue Prognosen der Währungshüter zeigen, dass die meisten noch in diesem Jahr mit dem Ende der Nullzinspolitik rechnen.

Nachdem die USA inzwischen Vollbeschäftigung erreicht haben, zieht die angebliche Unterauslastung am Arbeitsmarkt nach Einschätzung vieler Analysten aber kaum noch als Argument. Spielraum für eine lockere Geldpolitik eröffnet hingegen die schwache Inflation, die weit vom Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank entfernt ist.

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Auch die jüngsten, vor allem von China ausgehenden Turbulenzen an den Börsen könnten zum Zögern der Notenbanker beigetragen haben. Vor dem Hintergrund globaler Unsicherheiten hatten der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank die Fed aufgefordert, vorerst von einer Zinsanhebung abzusehen. Die Verknappung des billigen Geldes würde Anleger noch nervöser machen, so die Befürchtung. Die US-Geldpolitik ist für die gesamte Weltwirtschaft von hoher Bedeutung. Sind die Zinsen in den USA höher als im Ausland, so zieht das internationales Finanzkapital an und lässt damit den Kurs des US-Dollars steigen. Davor zittern vor allem Schwellenländer, in die in den Jahren der Nullzinsen viel Anlegergeld floss und deren Unternehmen sich stark in Dollar verschuldet haben. dpa

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