ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2015E-Health: Besorgniserregend
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In Ihrem Artikel beschreiben Sie unter „Krankenkassen sind auf den Digitalzug aufgesprungen“ ein Projekt der Barmer GEK, welches die Kosten einer ärztlich verordneten, über das Internet durchgeführten Augentherapie übernehme. Hierbei handelt es sich um . . . „Sehübungen“ bei Amblyopie. Die Amblyopie hat eine Prävalenz von zwei bis drei Prozent in westlichen Gesellschaften und stellt den Hauptgrund für eine einseitig herabgesetzte Sehschärfe im Kindesalter dar.

Es muss klar gesagt werden, dass es sich bei den beschriebenen Sehübungen um eine Behandlungsmethode handelt, deren Wirksamkeit bisher nicht nachgewiesen wurde . . .

Es ist besorgniserregend, dass Krankenkassen die Kosten für nicht etablierte Behandlungen übernehmen, deren Wirkungen zudem wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht wurden. Keine Frage, die Digitalisierung im medizinischen Bereich birgt große Chancen für Patient und Arzt. Für innovative digitale Behandlungsmethoden muss aber der Wirksamkeitsnachweis ebenso erbracht werden wie für andere Therapieansätze.

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Univ.-Prof. Dr. med. Daniel J. Salchow,
Leiter der Sektion für Strabologie, Kinderaugenheilkunde, Neuroophthalmologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, 13353 Berlin

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