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Wie im beeindruckenden Artikel der Kollegen erwähnt, ist an unserer Klinik seit Jahren ein entsprechendes Konzept etabliert und es konnten dauerhaft interdisziplinäre Maßnahmen in die Regelversorgung überführt werden. Resultierend aus unseren Erfahrungen seit dem Jahr 2001 und wissend um die häufig fehlende Kontinuität in der Sensibilisierung aller beteiligten Akteure für den Stellenwert dieser Maßnahmen, wurde eine „Abteilung für Perioperative Altersmedizin“ etabliert (1).

Die Erkenntnis, dass entsprechende Maßnahmen zu weniger delirbetroffenen Patienten führen, ist nicht neu. Auch sind die am Patienten Tätigen mit diesen vertraut – was fehlt, ist das Bewusstsein für ihren hohen Stellenwert für die Verbesserung der Lebensqualität des Patienten. So führt mangelnde Sensibilisierung der Akteure zu fehlender Akzeptanz, und es verwundert nicht, dass es zu selten gelingt, diese im Wesentlichen unspektakulären Maßnahmen flächendeckend im Klinikalltag zu etablieren.

Der Artikel belegt, dass es sich bei unseren Erfolgen nicht um begrüßenswerte Entwicklungen in einem einzelnen Krankenhaus handelt, sondern durchaus an anderer Stelle ähnliche Erfolge erzielt werden können.

Dankenswerterweise verweisen die Autoren auf längere Verweildauern deliranter Patienten im Krankenhaus. Neben konfliktbehafteten Verläufen (der Delir-Patient als Risikokandidat für weitere Komplikationen) stellt das Delir einen Kostenfaktor dar – die höhere Ressourcenbindung wird nicht vergütet. Die Kosteneffektivität der bei uns etablierten Maßnahmen ist ausdrücklich belegt – vielleicht ein weiterer Anreiz, das Thema „Delir“ genauer zu betrachten.

Auch die Laienpresse berichtet zunehmend über dieses Thema und Patienten konfrontieren uns mit ihrer Sorge vor kognitiven Einbußen. Dies sollte alle Akteure, die in die perioperative Versorgung dieser Risikopatienten involviert sind, ermutigen, in ihrem individuellen Wirkungskreis Maßnahmen zu erproben und deren Etablierung konsequent zu verfolgen.

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0692a

Dr. med. Simone Gurlit

Abteilung für Perioperative Altersmedizin; Simone.gurlit@sfh-muenster.de

Prof. Dr. med. Michael Möllmann, Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin

Dipl.-Kfm. Burkhard Nolte, St. Franziskus-Hospital Münster

Interessenkonflikt

Dr. Gurlit erhielt Erstattung von Teilnahmegebühren für Kongresse sowie Reise- und Übernachtungskosten von der Firma Orion. Sie wurde für Fortbildungsveranstaltungen honoriert von der Firma Abbvie.

Prof. Möllmann und Dipl.-Kfm. Nolte erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW: Der alte Mensch im OP. Praktische Anregungen zur besseren Versorgung und Verhinderung eines perioperativen Altersdelirs. Broschüre zu beziehen über www.mgepa.nrw.de.
2.
Kratz T, Heinrich M, Schlauß E, Diefenbacher A: The prevention of postoperative delirium—a prospective intervention with psychogeriatric liaison on surgical wards in a general hospital. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 289–96 VOLLTEXT
1. Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW: Der alte Mensch im OP. Praktische Anregungen zur besseren Versorgung und Verhinderung eines perioperativen Altersdelirs. Broschüre zu beziehen über www.mgepa.nrw.de.
2.Kratz T, Heinrich M, Schlauß E, Diefenbacher A: The prevention of postoperative delirium—a prospective intervention with psychogeriatric liaison on surgical wards in a general hospital. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 289–96 VOLLTEXT

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