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Gurlit und Kollegen sind Pioniere in der Prävention des postoperativen Delirs in Deutschland; ihre Arbeiten waren für die Delirprävention in Deutschland wegweisend (1). Sie zeigen wichtige Aspekte der Behandlung älterer und kognitiv eingeschränkter Patienten im Allgemeinkrankenhaus auf: Die längere Verweildauer deliranter Patienten im Krankenhaus als Kostenfaktor mit komplikationsträchtigen Verläufen und die mangelnde Sensibilisierung von Ärzten und Pflegenden bezüglich bereits bekannter Maßnahmen der Delirprävention. Aus unserer Sicht ist die Prävention und der Umgang mit „Verhaltensstörungen bei Demenz“ (besser als nichtkognitive Störungen bezeichnet) ebenso wichtig wie die Delirprävention (2). Wir halten die Ausbildung, Schulung und gelebte Bestärkung von Pflegenden und Ärzten im Umgang mit älteren und kognitiv eingeschränkten Menschen für essenziell vor dem demografischen Hintergrund der steigenden Anzahl von Menschen mit der Nebendiagnose Demenz auf somatischen Stationen im Allgemeinkrankenhaus. Aus diesem Grunde haben wir im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge unter Federführung der Pflege ein Delir-/Demenzmanagement entwickelt, das nunmehr auch durch die Robert-Bosch-Stiftung gefördert wird. Zusätzlich ist ein Weiterbildungsprogramm zur/m Pflegeexpertin/en für Menschen mit Demenz im Krankenhaus in Zusammenarbeit mit der AOK Nord-Ost und dem Evangelischen Diakonieverein Zehlendorf e.V. entstanden.

Nur eine komplexe Betrachtungsweise der Situation von Menschen mit Demenz im Krankenhaus kann die Versorgung dieser Patienten verbessern. Die Idee eines demenzsensiblen Krankenhauses ist aus unserer Sicht ein wichtiges Ziel und die Prävention des postoperativen Delirs ein erster Baustein auf dem Weg dorthin. Die Berücksichtigung liaisonpsychiatrischer Ansätze auf den somatischen Stationen in den Allgemeinkrankenhäusern könnte diese Entwicklung befördern helfen (3).

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0692b

Prof. Dr. med. Torsten Kratz

Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, Berlin, kratz@eh-berlin.de

Interessenkonflikt

Prof. Kratz erhielt Vortragshonorare von Janssen-Cilag, Pfizer und Lilly.

Prof. Diefenbacher erhielt Vortragshonorare von Janssen-Cilag.

Herr Heinrich und Dipl.-Geront. Schlauß erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Gurlit S, Möllmann M: How to prevent perioperative delirium in the elderly? Z Gerontol Geriat 2008; 41: 447–52 CrossRef MEDLINE
2.
Kratz T: Nichtkognitive Störungen bei Demenz. In: Wallesch CW, Förstl H, eds.: Demenzen. 2nd editon 2012, Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York, 303–15, 349–51.
3.
Diefenbacher A: Psyche und Soma – was kann der Konsiliar- und Liaisonpsychiater beitragen? Neuropsychiatrie 2014; DOI 10.1007/s40211–014–0126–6 CrossRef
4.
Kratz T, Heinrich M, Schlauß E, Diefenbacher A: The prevention of postoperative delirium—a prospective intervention with psychogeriatric liaison on surgical wards in a general hospital. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 289–96 VOLLTEXT
1.Gurlit S, Möllmann M: How to prevent perioperative delirium in the elderly? Z Gerontol Geriat 2008; 41: 447–52 CrossRef MEDLINE
2.Kratz T: Nichtkognitive Störungen bei Demenz. In: Wallesch CW, Förstl H, eds.: Demenzen. 2nd editon 2012, Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York, 303–15, 349–51.
3.Diefenbacher A: Psyche und Soma – was kann der Konsiliar- und Liaisonpsychiater beitragen? Neuropsychiatrie 2014; DOI 10.1007/s40211–014–0126–6 CrossRef
4.Kratz T, Heinrich M, Schlauß E, Diefenbacher A: The prevention of postoperative delirium—a prospective intervention with psychogeriatric liaison on surgical wards in a general hospital. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 289–96 VOLLTEXT

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