ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2015Pneumologie: Nicht kritisch genug
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. . . Man muss schon blind und taub gleichzeitig sein, um die allgegenwärtigen Anzeigen, Fortbildungseinladungen, Flyer und Ärztemusterverteilungen für die neuen Inhalationstherapeutika zu übersehen – alles klare Indizien dafür, dass hier viel Geld zu verdienen ist!

Wie im Artikel dargelegt wird, ist die Auswahl des Inhalationssystems von großer Bedeutung. Doch leider fehlen hierzu wichtige gegenüberstellende Untersuchungen. Auch gibt es viel zu selten Placebo-Musterinhalatoren, mit denen der Patient probieren oder üben könnte. So sind wir oft auf unsere Beobachtungen und die Aussagen der Patienten angewiesen und probieren uns im hausärztlichen Bereich auch manchmal einfach durch die verschiedenen Devices.

Unsere Auswahl ist durch Rabattverträge eingeschränkt, auch dies muss berücksichtigt werden. Hier sollte den Kassen verboten werden, nach zwei bis drei Jahren einfach das Inhaliersystem im Rabattvertrag zu wechseln! Wobei mit Rabattpräparaten in der Regel eine suffiziente Therapie möglich ist.

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Zufällig(?) kommt die Forderung der pneumologischen Fachgesellschaft zeitgleich mit dem Marktauftritt einige neuer Inhalationskombinationen mit teilweise auch neuen Inhalationssystemen mit oben genannter Werbeoffensive. Für nur wenige dieser Präparate und auch nur in bestimmten Stadien der COPD wurde ein Zusatznutzen (oder Hinweise dafür) festgestellt.

Vor diesem Hintergrund hätte ich mir vom DÄ eine kritischere Auseinandersetzung gewünscht und nicht das gedankenlose Fazit, das vom Pulmologen verordnete . . . Präparat einfach von der Aut-idem-Regelung auszuschließen . . .

Dr. med. Beate Lindemann, 70437 Stuttgart

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