ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2015Fixkombination mit Budesonid/Formoterol: Ein Asthmaspray für alle Lebenslagen?

PHARMA

Fixkombination mit Budesonid/Formoterol: Ein Asthmaspray für alle Lebenslagen?

Dtsch Arztebl 2015; 112(41): A-1684

Bischoff, Martin

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Nach dem MART-Konzept ist für die Dauer- und Bedarfstherapie bei Asthma bronchiale nur ein Inhaler mit der Kombination aus inhalativem Kortikosteroid und Formoterol erforderlich. Das ist für die Patienten einfacher.

Nach Ansicht von Prof. Dr. med. Adrian Gillissen, Kassel, bietet das Konzept der Erhaltungs- und Bedarfstherapie (MART = Maintenance and Reliever Therapy) vor allem den Vorteil, dass die Patienten zur Kontrolle ihres Asthmas nur einen Inhaler benötigen. Damit vereinfacht sich die Therapie im Vergleich zur üblichen Praxis, als Basistherapie ein Kombinationspräparat aus inhalativem Kortikosteroid (ICS) plus langwirksamem Beta-2-Mimetikum (LABA) zu verabreichen und bedarfsweise ein kurz wirksames Beta-2-Mimetikum (SABA) hinzuzugeben.

In einer Cochrane-Analyse verringerte sich mit MART relativ zu der Behandlung mit getrennten Medikamenten der Bedarf an inhalativem Kortikosteroid. Die Anzahl von Asthmaanfällen besonders schwerer Ausprägung nahm ab, das Nebenwirkungsniveau hingegen unterschied sich zwischen beiden Konzepten nicht. Einer anderen Auswertung zufolge verbessert MART die Patientenmitarbeit.

Anzeige

Die neuen Leitlinien führen die Kombination ICS/Formoterol bei Bedarf ab Stufe 3 als Alternative zu einem rasch wirksamen Beta-2-Mimetikum auf. Auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) hat einen Zusatznutzen für die fixe inhalative Kombination aus Budesonid und Formoterol in der Erhaltungs- und Bedarfstherapie erklärt.

Eine für MART geeignete Fixkombination aus Budesonid/Formoterol bietet sich mit dem DuoResp Spiromax®. Das Präparat kann zur Symptomenkontrolle bei Asthma als Erhaltungs- und Bedarfstherapie eingesetzt werden. In der Erhaltungstherapie ist er außerdem für Patienten mit COPD zugelassen. Bei der Entwicklung des Trockenpulverinhalators stand die möglichst einfache Handhabung im Vordergrund. Selbst bei sehr geringem Inspirationsfluss wird die adäquate Dosis an Wirkstoff sicher freigesetzt.

Pro und Kontra MART am Beispiel eines Patienten

Ein 36-jähriger Patient mit allergischem Asthma war seit Jahren stabil mit Salmeterol/Fluticason plus Sultanol als Bedarfsmedikation eingestellt. Vier Wochen nach einer infektbedingten Exazerbation, die antibiotisch behandelt worden war, stellte er sich beim Pneumologen vor. Formal, so Gillissen, war das Asthma in der Phase während des Infekts entsprechend GINA-Stufe 3 nicht kontrolliert. Seiner Ansicht nach hätte die Symptomverschlechterung vermieden werden können, wenn man ihn nicht mit einem kurz wirksamen Beta-2-Mimetikum, sondern gleich mit dem kortisonhaltigen Kombinationspräparat behandelt hätte.

Dr. med. Peter Kardos, Frankfurt, hielt dem entgegen, dass das MART-Konzept nicht für die Behandlung einer Infektexazerbation zugelassen sei. Darüber hinaus sehen es die Leitlinien nur für Therapiestufen 3, 4 und 5 vor. Nicht zuletzt beträgt der Anteil der Patienten, die damit für MART infrage kommen, nur etwa fünf Prozent. Im konkreten Fall dieses eigentlich gut eingestellten Patienten mit guter Lebensqualität und bisher nur einmaliger Exazerbation innerhalb von Jahren sah Kardos keinen Anlass, die Behandlung auf MART umzustellen.

Quelle: Symposium „MARTACOS-Duell“ veranstaltet von TEVA Specialty Medicines anlässlich des 121. Internistenkongresses in Mannheim

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Themen:

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema