ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2015Ethik: Schweres Geschütz
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Leserbriefschreiber J. Bielicki fährt schweres Geschütz auf, um in Reaktion auf eine Mahnung von Petra Bühring seinen Anspruch auf eine hohe „Goodwill“-Zahlung bei einer etwaigen Praxisabgabe zu verteidigen. Seine Argumente tragen nicht, obwohl er Dostojewski, Popper und das Grundgesetz aufbietet. Die Meinungen von Bühring und Bielicki stehen bei gegenseitig zugestandenem Recht auf freie Meinungsäußerung gegeneinander. Von einer Überwältigung oder Manipulation Bielickis kann keine Rede sein. Seine Argumentation kippt ins Absurde, wenn er schreibt, eine „Unterwerfung“ unter einer Moral würde den Menschen zum Tier machen. Bielicki folgt seiner eigenen Moral, ohne dass er sein Menschsein aufgibt. Bedenklich wird es, wenn er eine ihm nicht genehme Meinungsäußerung als Entmündigung der Menschheit auffasst. Etwas besorgt frage ich mich, wie er mit Patienten umgeht, die nicht seinen rigiden moralischen Vorstellungen folgen mögen.

Dr. Gerald Mackenthun, Psychotherapeut, 14050 Berlin

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