ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2015Ausmaß der lateralen Lymphknotendissektion bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen
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Die Übersichtsarbeit (1) beschränkt sich im chirurgischen Teil auf die grobere Einteilung von zentraler und lateraler Lymphknotendissektion. Eine weitere Einstufung und Verfeinerung des letzteren Begriffs ist jedoch sinnvoll und relevant, da die chirurgische Morbidität einer klassischen radikalen oder modifiziert radikalen Lymphknotendissektion durch die Verwendung von standardisierten, funktionellen und selektiven Lymphknotendissektionen deutlich geringer werden kann.

Ähnlich wie bei anderen Kopf-Hals-Karzinomen, empfiehlt die US-amerikanische Schilddrüsengesellschaft (ATA) die Klassifikation der American Head and Neck Society für das präzise Identifizieren der Halslymphknotenregionen von Regio I bis VII, mit zusätzlicher Seitenangabe (2). Davon gehören die Regionen I bis V zur lateralen und die Regionen VI bis VII zur zentralen Dissektion. Bei einer lateralen Lymphknoten-Betroffenheit, wo die Metastasierung sich auf die Regionen III und IV beschränkt, die Durchführung einer selektiven Dissektion der Regionen IIa, III, IV und Vb (2) ist zu empfehlen.

Ebenso wurde nachgewiesen, dass die Anzahl betroffener Lymphknoten (als Zähler) verteilt durch die gesamte Anzahl entfernter Lymphnoten (als Nenner), bekannt als die Lymph Node Ratio (LNR, als Bruch), ein unabhängiger prognostischer Faktor ist (3). Deshalb ist es wichtig, dass die selektiv auszuräumenden Regionen unter Erhalt aller nichtlymphatischen Strukturen onkologisch möglichst vollständig ausgeräumt werden, da dieses Ergebnis eine prognostische Relevanz hat. Der Nenner dieses Bruches, bekannt als Nodal Yield, hängt unter anderem von der chirurgischen Technik ab (4).

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0722a

Dr. med. Balazs B. Lörincz, Ph.D.

Prof. Dr. med. Rainald Knecht

Universitäts-Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf-Hals-Chirurgie und Onkologie

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

r.knecht@uke.de

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Paschke R, Lincke T, Müller SP, Kreissl MC, Dralle H, Fassnacht M: The treatment of well-differentiated thyroid carcinoma. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 452–8 VOLLTEXT
2.
Stack BC, Ferris RL, Goldenberg D, et al.: American Thyroid Association consensus review and statement regarding the anatomy, terminology, and rationale for lateral neck dissection in differentiated thyroid cancer. Thyroid 2012; 22: 501–8 CrossRef MEDLINE
3.
Vas Nunes JH, Clark JR, Gao K, et al.: Prognostic implications of lymph node yield and lymph node ratio in papillary thyroid carcinoma. Thyroid 2013; 23: 811–6 CrossRef MEDLINE
4.
Lorincz BB, Langwieder F, Mockelmann N, Sehner S, Knecht R: The impact of surgical technique on neck dissection nodal yield: making a difference. Eur Arch Otorhinolaryngol. 2015 Mar 18 [Epub ahead of print] CrossRef
1.Paschke R, Lincke T, Müller SP, Kreissl MC, Dralle H, Fassnacht M: The treatment of well-differentiated thyroid carcinoma. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 452–8 VOLLTEXT
2.Stack BC, Ferris RL, Goldenberg D, et al.: American Thyroid Association consensus review and statement regarding the anatomy, terminology, and rationale for lateral neck dissection in differentiated thyroid cancer. Thyroid 2012; 22: 501–8 CrossRef MEDLINE
3.Vas Nunes JH, Clark JR, Gao K, et al.: Prognostic implications of lymph node yield and lymph node ratio in papillary thyroid carcinoma. Thyroid 2013; 23: 811–6 CrossRef MEDLINE
4.Lorincz BB, Langwieder F, Mockelmann N, Sehner S, Knecht R: The impact of surgical technique on neck dissection nodal yield: making a difference. Eur Arch Otorhinolaryngol. 2015 Mar 18 [Epub ahead of print] CrossRef

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