ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2015Echtzeit-Magnetresonanztomographie: Herzforschung im Fokus

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Echtzeit-Magnetresonanztomographie: Herzforschung im Fokus

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Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat im Jahr 2014 für die Arbeiten mit der Echtzeit-Magnetresonanztomographie (MRT) ein neues Gebäude errichtet. Das in dem Gebäude eingesetzte Echtzeit-MRT-Gerät ist weltweit das einzige seiner Art in klinischer Anwendung.

Echtzeit-MRT-Verfahren in der Herzforschung am Universitätsklinikum Göttingen. Foto: Vetter
Echtzeit-MRT-Verfahren in der Herzforschung am Universitätsklinikum Göttingen. Foto: Vetter

Die Echtzeit-MRT-Technologie ist eine Entwicklung der Göttinger Forschergruppe um Prof. Dr. Jens Frahm, Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie. Eine interdisziplinäre und institutsübergreifende Arbeitsgruppe im Herzzentrum der UMG entwickelt die Technologie für den klinischen Einsatz am Patienten weiter. Innerhalb von fünf Jahren will die Arbeitsgruppe die erste Herzkatheterbehandlung am Menschen ohne Röntgenstrahlung durchführen können. Außerdem soll die Echtzeit-MRT den Zugang zu Patienten mit unregelmäßigem Herzschlag oder starker Unruhe ermöglichen, die bislang nicht mittels MRT untersucht werden können. Durch die gute raumzeitliche Auflösung der Aufnahmen sollen zudem gezielte Gewebeentnahmen von krankhaften Veränderungen des Herzmuskels auch an kritischen Stellen des Herzens ermöglicht werden.

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Das sieben Tonnen schwere MRT-Gerät „Skyra“ liefert nicht nur einzelne Bilder aus dem Herzen in Echtzeit, sondern MRT-Filme. Es kann das schlagende Herz mit einer zeitlichen Auflösung von 30 Millisekunden aufnehmen, das heißt als Bildserie oder MRT-Film mit 30 Bildern je Sekunde. Auch der Blutfluss im menschlichen Kreislauf kann in Echtzeit und mit hoher Auflösung gemessen werden.

Das MRT-Gebäude beherbergt zudem mit „Avanto fit“ ein weiteres mit Echtzeit-Technologie ausgestattetes MRT-Gerät. Es verfügt über eine Leistung von 1,5 Tesla, kostet etwa eine Million Euro und wird vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie in der Krankenversorgung eingesetzt. Das Gerät soll die MRT-Kapazitäten der UMG in den Schwerpunktbereichen der Neurowissenschaften (Kopf und Rückenmark) verstärken. EB

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