ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2015Randnotiz: Eingeschweißt
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Ernährung ist heute schwierig: Soll ich vegan essen, laktosefreie Milch trinken und nur noch Bioprodukte zu mir nehmen? Ist die Atkins-Diät jetzt zielführend oder doch lieber die Promi-Diät von Schauspielerin Gwyneth Paltrow? Hinzu kommen die Diskussionen um gentechnische Nahrungsmittel und die Pestizidbelastung.

Die Unsicherheit, welche Nahrungsmittel in welchen Maßen meiner Gesundheit nutzen oder schaden, ist groß. Die Werbeindustrie freut sich, und so verzehren auch Gesunde laktose- oder glutenfreie Produkte. Befeuert durch immer neue (und alte – siehe Steinzeit-Diät) Trends entsteht ein neuer Markt, von dem sich die Ernährungsindustrie das große Geschäft verspricht. Klassische Fleischproduzenten, wie die Rügenwalder Mühle oder der Geflügelbetrieb Wiesenhof, produzieren inzwischen auch vegetarische Produkte in Fleischhaptik.

Das führt bei manchen zu Ratlosigkeit und anscheinend auch zu übereilten Aktionen, wie die Süddeutsche Zeitung kürzlich berichtete. Das Leipziger Jugendamt bat in ihren Kitas die Eltern, künftig zu Geburtstagen ihrer Kinder auf selbstgebackenen Kuchen zu verzichten. Eingeschweißtes sollte es von jetzt ab sein. Nach Elternprotesten gab es vonseiten der Stadt Leipzig ein Einsehen. Dem Bericht zufolge ist dies aber kein Einzelfall: Der Kita-Zweckverband des Bistums Essen und das Institut Lernen und Leben in Vorpommern-Rügen warnen auch vor Selbstgemachtem aus der heimischen Küche, das womöglich mit ungewaschenen Händen hergestellt wurde. Ob allerdings die eingeschweißte Milchschnitte, die für den Slogan „Schmeckt leicht. Belastet nicht“ mit dem „Goldenen Windbeutel“ für die größte Werbelüge ausgezeichnet wurde, die bessere Alternative ist ...

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