ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2015Fondssparpläne: Optimum an Flexibilität

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Fondssparpläne: Optimum an Flexibilität

Fischer, Leo

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Die regelmäßige Anlage in Aktienfonds ist noch immer eine gute Entscheidung, denn sie bietet eine relativ hohe Rendite.

Foto: Fotolia/Syda Productions
Foto: Fotolia/Syda Productions

Zu einer erfolgreichen Geldanlage gehört auch ein gewisses Maß an Geduld. Wer monatlich eine bestimmte Summe in Aktienfonds anlegt, wird in der Regel eine bessere Rendite erzielen als derjenige, der einmal eine große Summe investiert oder dies von Fall zu Fall tut, wenn er die Gelegenheit für günstig hält. Nach den Zahlen des Branchenverbands BVI erzielten Fondssparpläne mit Schwerpunkt deutsche Aktien in den letzten zehn Jahren eine Durchschnittsrendite von 7,4 Prozent, binnen 20 Jahren sind es 5,5 Prozent und über 35 Jahre 7,03 Prozent. Wer das Glück hatte, auf die besten Fonds zu setzen, konnte noch mehr erzielen.

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Langfristig hohes Niveau

Die mit Sparplänen erzielten Durchschnittsrenditen hielten sich im Übrigen auf einem langfristig gleichbleibend hohen Niveau – trotz der wiederkehrenden kurzfristigen Einbußen, die in den 1970er- und 1980er-Jahren in dieser Häufigkeit und Intensität nicht auftraten. Die meisten Fondssparpläne sehen eine monatliche Mindestanlage von 50 Euro vor, es gibt aber auch solche, in die monatlich nur 25 Euro eingezahlt werden müssen. Aber die Fondssparpläne sind sehr variantenreich, es können je nach Anbieter Einzahlungsintervalle von einem, drei und sechs Monaten gewählt werden. Es ist aber auch möglich, monatliche Einzahlungen zu verschieben oder den Sparplan vor Ende der eigentlich ins Auge gefassten Laufzeit zu beenden. Der Anleger kann bei einigen Anbietern auch in eine Kombination von Fonds anlegen und den Fonds wechseln, in den investiert wird. Fondssparpläne bieten also ein Optimum an Flexibilität.

Zinseszinseffekt nutzen

Ein Grund für die hohe Rendite liegt darin, dass der Zinseszinseffekt genutzt wird. Bei Fondssparplänen werden die Erträge nicht ausgeschüttet, sondern reinvestiert. Zuweilen kommen die Fondsgesellschaften den Ratensparern auch dadurch entgegen, dass die Erträge mit einem Rabatt auf den Ausgabeaufschlag reinvestiert werden. Da auch Bruchteile von Anteilen im Rahmen eines Sparplans erworben werden können, ist das Geld immer zu 100 Prozent in Fondsanteilen investiert, auch das begünstigt den Zinseszinseffekt. Mit der Anlage wird also nicht gewartet, bis mindestens ein voller Anteil erworben werden kann. Der Zinseszinseffekt wirkt sich besonders bei langfristiger Anlagedauer positiv aus. Fondssparpläne lassen sich mit einer Riester- oder Rürup-Rente kombinieren, dann gibt es vom Staat Zulagen, die die Rendite weiter verbessern. Riester-Produkte mit integriertem Fondssparplan sind aber stark reguliert und müssen in bestimmten Grenzen eine Kursabsicherung vornehmen, die auf Kosten der Rendite geht.

Wer 35 Jahre lang monatlich 100 Euro in den DWS Vermögensbildungsfonds D eingezahlt hat, konnte Ende August 2015 über ein Vermögen von 274 857 Euro verfügen. Dabei ist der nach den Vertragsbedingungen maximal zulässige Ausgabeaufschlag berücksichtigt, der bei Aktienfonds in der Regel fünf Prozent beträgt. Fondssparpläne helfen also bei der Bildung von Vermögen.

Dass Fondsparpläne den Einmalanlagen grundsätzlich überlegen sind, liegt auch am Cost-Aver-aging-Prinzip. Wer monatlich einen festen Geldbetrag in Fonds investiert, kauft zu besonders günstigen Durchschnittspreisen, denn er kauft automatisch mehr Anteile bei niedrigen Kursen als bei hohen Anteilspreisen und drückt damit automatisch seine Einstandspreise. Dieses Cost-Averaging-Prinzip kommt vor allem bei Aktienfonds zum Tragen, kaum dagegen bei Rentenfonds. Allerdings bei sehr langen Laufzeiten verliert das Cost-Averaging-Prinzip seine Wirkung, weil gegen Ende der Laufzeit immer mehr Kapital im Feuer steht, also Kursverlusten ausgesetzt ist; dagegen verlieren die Vorteile des günstigeren Einstandspreises erheblich an Gewicht. Daher wird immer empfohlen, nach langen Ansparphasen sukzessive in weniger volatile Rentenfonds umzuschichten.

Der Anleger hat eine große Auswahl, was die Fonds anbelangt, in die die Sparpläne investieren. Viele bevorzugen Fonds, die in deutsche Aktien anlegen. Aber es gibt auch Sparpläne mit weltweit anlegenden Fonds oder mit europäischen Fonds und mit Mischfonds (die nach einem bestimmten Schlüssel in Aktien- und Rentenfonds investieren). Wer es möchte, kann auch in Nachhaltigkeitsfonds investieren. Aber in jedem Fall gilt: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für die Zukunft.

Dr. Leo Fischer

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