ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2015Pharmakologie: Erfolgreiche Umsetzung einer guten Idee

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Pharmakologie: Erfolgreiche Umsetzung einer guten Idee

Glasbrenner, Bernhard

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Ein Buch, dessen Konzept sofort neugierig macht: Kein umfassendes Lehrbuch der Pharmazie, das man als klinisch tätiger oder niedergelassener Arzt wohl eher selten zur Hand nimmt, sondern ein Praxisbuch der 100 verordnungshäufigsten Wirkstoffe in alphabetischer Auflistung, um für diese die entscheidenden Informationen als Verordner effektiv abrufbar zu haben. Die Autoren haben diese Idee sehr gut umgesetzt. Dies wird beim exemplarischen Nachschlagen einiger Wirkstoffe schnell deutlich. Eine sehr übersichtliche Tabelle beinhaltet in Kürze das Wichtigste einschließlich einer kritischen Wirksamkeits- und Nutzen-Risiko-Einschätzung der Autoren, bevor die verordnungsrelevanten Themen zum genaueren Nachlesen weiter vertieft und um Hinweise zu speziellen Patientengruppen und zu Sondersituationen ergänzt werden. Eine sehr praxisbezogene Wirkstoffbeurteilung und ein kurzes Literaturverzeichnis runden die Kapitel ab. In einem kleineren Kapitel finden sich Äquivalenzdosisübersichten zu verschiedenen Wirkstoffgruppen und im Anhang Empfehlungen zu Laborkontrollen sowie eine aktuelle Aufarbeitung des Themas „Orale Antikoagulation und invasive Prozeduren“.

Bei der getroffenen Auswahl der 100 verordnungsstärksten Wirkstoffe bleibt es natürlich nicht aus, dass man das eine oder andere für die eigene ärztliche Tätigkeit wichtige Präparat in diesem Pharmako-Guide vergeblich sucht. Diese Beschränkung auf das Wesentliche nehmen die Autoren aber bewusst in Kauf, um den Umfang des Nachschlagewerkes nicht ausufern zu lassen und den Charakter eines Praxisbuches zu bewahren. Besonders hilfreich ist es aber dann gerade bei Verordnungen, die nicht zum eigenen Spezialwissen gehören, die relevantesten Präparate herausgehoben zu bekommen und sich über diese effektiv zu informieren. In das dabei zugrunde liegende Bewertungskonzept fließt neben Leitlinienempfehlungen insbesondere auch der persönliche Wissens- und Erfahrungsschatz der beiden aus unterschiedlichen Fachdisziplinen stammenden Autoren mit ein. Ein Konzept, das auch im klinischen Bereich durch pharmazeutische Visiten und Arzneimittelgespräche zunehmend gewinnbringend angewandt wird. Bernhard Glasbrenner

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Martin Smollich, Martin Scheel: Arzneistoffe – die TOP 100. Schattauer, Stuttgart 2015, 600 Seiten, kartoniert, 49,99 Euro

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