ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2015Herztransplantationen: Uniklinik Heidelberg gibt Manipulationen zu

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Herztransplantationen: Uniklinik Heidelberg gibt Manipulationen zu

dpa; EB

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Im Herztransplantationszentrum der Uniklinik Heidelberg haben Ärzte die Warteliste für Patienten manipuliert. Das teilte die Klinik am 16. Oktober mit. Ärzte hätten Schwerkranken bewusst wichtige Medikamente, die ihren Herzmuskel stärken sollten, nicht wie vorgeschrieben verabreicht. Dadurch sollten die Betroffenen schneller an ein Spenderorgan kommen, sagte der Leitende Ärztliche Direktor, Prof. Dr. med. Guido Adler: „Es ist gegen die Regeln verstoßen worden.“

Schneller zum Spenderorgan: Ziel der Manipulationen war es, die Chancen auf eine Transplantation zu erhöhen. Foto: dpa
Schneller zum Spenderorgan: Ziel der Manipulationen war es, die Chancen auf eine Transplantation zu erhöhen. Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung. Die Klinik hatte im August selbst Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die gemeinsam von der Bundes­ärzte­kammer, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und dem GKV-Spitzenverband getragene Prüfungs- und Überwachungskommission hatte zuvor Unregelmäßigkeiten bei der Medikamentengabe und der Dokumentation festgestellt.

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Es gehe um 33 Fälle in den Jahren 2010 und 2011, sagte Adler. Er gehe nicht davon aus, dass die Patienten von den Manipulationen wussten. Ob andere Schwerkranke deshalb später als berechtigt an ein Spenderherz kamen, sei unklar.

In Folge des Transplantationsskandals in Göttingen 2012 hatten Selbstverwaltung und Gesetzgeber Maßnahmen auf den Weg gebracht, die für mehr Kontrolle und Transparenz in der Transplantationsmedizin sorgen sollten. Unter anderem wurde das Mehraugenprinzip bei der Anmeldung von Wartelisten-Patienten eingeführt. dpa/EB

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