ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2015Arzneimittel: Reste dürfen in Heimen nicht weiterverwendet werden

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Arzneimittel: Reste dürfen in Heimen nicht weiterverwendet werden

Dtsch Arztebl 2015; 112(45): A-1856

Hillienhof, Arne

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Medikamente verstorbener Bewohner werden in Heimen und Hospizen vernichtet. Foto: dpa
Medikamente verstorbener Bewohner werden in Heimen und Hospizen vernichtet. Foto: dpa

Ärzte dürfen übrig gebliebene Arzneimittel von verstorbenen Heimbewohnern nicht an andere Patienten weiterreichen. Das hat die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen klargestellt. Zuvor hatte der Diözesan-Caritasverband Köln kritisiert, dass Hospize gesetzlich dazu verpflichtet seien, Medikamente verstorbener Patienten zu vernichten. Der Verband forderte, Ärzte sollten unverbrauchte und ungeöffnete Medikamente an andere Patienten weiter verordnen dürfen.

Die Bundesregierung weist in ihrer Antwort auf die „klare Aufgabenteilung zwischen Ärzten und Apothekern“ bei der Arzneimittelversorgung hin. Die Ärzte seien verantwortlich für die Diagnose und Therapie einschließlich der gegebenenfalls erforderlichen Verschreibung von Arzneimitteln. Den Apotheken obliege „die im öffentlichen Interesse gebotene Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung“, heißt es in der Antwort. Die weitaus meisten Arzneimittel unterlägen der Apothekenpflicht. Deren Abgabe sei deshalb grundsätzlich den Apotheken vorbehalten. Ein ärztliches Dispensierrecht sowie die Errichtung einer ärztlichen Hausapotheke seien nicht vorgesehen. Dies gelte auch für ärztlich verantwortete Arzneimittelvorräte in Heimen.

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Die bestehenden Regelungen dienen der Bundesregierung zufolge der Arzneimittelsicherheit. „Die Bundesregierung geht im Verhältnis zu den Gesamtausgaben für die Arzneimittelversorgung nicht von einem relevanten Einsparpotenzial aus, das die Aufgabe bewährter Prinzipien der Arzneimittelversorgung rechtfertigen würde“, heißt es in der Antwort der Regierung. hil

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