ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2015Luftangriff: Denkzettel
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Es wundert mich nicht, dass die USA ein Krankenhaus der „Ärzte ohne Grenzen“ bombardiert haben, nachdem diese kurz zuvor erklärt hatten, sie würden auch verwundete Talibankämpfer behandeln. Ich sehe in dem Bombardement einen Denkzettel an die „Ärzte ohne Grenzen“. Wenn die USA ihre Interessen tangiert sehen, kümmern sie sich nicht um das humanitäre Völkerrecht.

Die gezielte Bombardierung des MSF-Krankenhauses in Kunduz rief in mir die Erinnerung wach an einen Vorgang aus den Jahren 1967/68.

Ich hatte mich als junger chirurgischer Assistenzarzt zu einem Hilfseinsatz in Vietnam über den Auslandsdienst der Malteser gemeldet. Alles war schon geregelt. Dann entdeckte ich im Vertragstext den Passus (sinngemäß): Die Behandlung von feindlichen Kombattanden ist verboten. Ich trat daraufhin vom Vertrag zurück. Glücklicherweise, denn die Tet-Offensive im Frühjahr 1968 entlarvte die Lügen der US-Propaganda. Ich entging einem riskanten Einsatz und ersparte mir schwere Gewissensnöte.

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Das Verhalten ausgerechnet der Nation, die der Welt Demokratie und Menschenrechte beibringen möchte, hat sich seither offenbar nicht geändert.

Dr. med. Eugen Vogt, 77654 Offenburg

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