ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2015Flüchtlinge: Montgomery fordert Regelversorgung

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Flüchtlinge: Montgomery fordert Regelversorgung

Hillienhof, Arne

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Für eine gute Versorgung von Flüchtlingen setzt sich BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery ein. Foto: dpa
Für eine gute Versorgung von Flüchtlingen setzt sich BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery ein. Foto: dpa

Eine Gesundheitskarte und die Regelversorgung für alle Flüchtlinge hat der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, gefordert. „Wir können als Ärzte die Patienten nicht unterschiedlich behandeln, je nachdem, ob sie Bundesbürger oder Asylbewerber sind“, sagte Montgomery. Der BÄK-Präsident kritisierte, das sogenannte Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz reiche nicht aus, um alle Probleme bei der gesundheitlichen Versorgung von Flüchtlingen zu lösen. Der öffentliche Gesundheitsdienst sei mit den Aufgaben überfordert. „Dafür kann er nichts, er ist von den Kommunen in den vergangenen Jahren ausgeblutet worden“, betonte Montgomery.

Die Gesundheitskarte sollten Flüchtlinge schon bei der Erstregistrierung bekommen – und mit der Karte alle Leistungen, die auch Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen erhalten. Dafür müsse die Politik die Einschränkungen des Asylbewerberleistungsgesetzes aufheben. „Wir haben als Ärzte die Verpflichtung, alle Menschen gleich zu behandeln“, betonte der BÄK-Präsident.

Das Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz überlässt die Entscheidung über die Einführung einer Gesundheitskarte den Ländern.

Videointerview mit Frank Ulrich Montgomery zum Thema Flüchtlinge: http://d.aerzteblatt.de/US31 hil

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