SUPPLEMENT: PRAXiS

Telemedizin: Netz mit Risiken

Dtsch Arztebl 2015; 112(45): [1]

Krüger-Brand, Heike E.

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Moderne Medizintechnik ist immer mit Netzwerkfunktionalität verbunden. Darauf verwies der Sicherheitsexperte Florian Grunow bei einem Telemedizin-Symposium in Stuttgart. Grunow führt „Penetrationstests“, umfassende Sicherheitstests, bei medizinischen Geräten in Netzwerken durch, um zum Beispiel Schwachstellen, die potenzielle Angreifer ausnutzen könnten, aufzudecken. Sein Fazit: Der Sicherheitsstandard in den Krankenhäusern liegt diesbezüglich beim Niveau der 80er- und 90er-Jahre. Patientenmonitore, Narkose- und MRT-Geräte, Infusionspumpen & Co. – medizinische Geräte seien extrem gefährdet, weil der Fokus bisher nicht auf Sicherheit (Security) gesetzt worden sei, sagt Grunow.

Dabei geht es nicht nur um Malware und manipulative Fernsteuerung, sondern auch um mögliche Erpressungsszenarien, wie sie etwa bei „Denial of Service“-Attacken (Lahmlegen von Infrastrukturen) im Web heute schon an der Tagesordnung sind. „Eine sichere Telemedizin muss die Unsicherheit der medizinischen Geräte berücksichtigen“, betonte Grunow. Krankenhäuser und Arztpraxen müssten den Druck auf die Hersteller erhöhen, damit diese Sicherheit als Feature ihrer Geräte anbieten, und gegebenenfalls auch externes Know-how hinzuziehen. Im Klartext: Sicherheit ist nicht umsonst zu haben.

Heike E. Krüger-Brand

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