ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2015Sektorübergreifende, integrative Therapie bei Psychose und Sucht
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Patienten mit Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis und einer komorbiden Suchterkrankung machen circa 50 % (Lebenszeitprävalenz) beziehungsweise circa 25–30 % (6-Monats-Prävalenz) aller Psychosepatienten aus (13). Diese Fälle werden als Doppeldiagnose (DD) bezeichnet. Häufig sind junge Männer mit niedrigem Bildungsniveau und ungünstigem Verlauf sowie schlechter Prognose betroffen (25): DD-Patienten erleben häufiger psychotische Rückfälle sowie Notfalleinweisungen und neigen zur Chronifizierung. Sie zeigen öfter eigen- sowie fremdaggressives Verhalten und haben schlechtere langfristige soziorehabilitative Ergebnisse im Vergleich zu anderen Psychosepatienten (3, 5). Vor allem aufgrund ihrer relativ schlechten Compliance gelten DD-Patienten als schwer behandelbar. Ihnen begegnet von professioneller Seite häufig ein therapeutischer Nihilismus (6).

Auf Basis von Modellprojekten und kontrollierten Studien wurden ab den 1990er Jahren integrative Therapieprogramme favorisiert, bei denen die Behandlung in einem Setting und durch ein Team, das über Erfahrung sowie Kompetenz in der Therapie beider Störungen verfügt, durchgeführt wird (2, 3, 79). Als langfristig erfolgreich wurden motivationsbasierte, niedrigschwellige und auf einen längeren Zeitraum angelegte Programme mit psychoedukativen, verhaltens- und teilweise auch familientherapeutischen Elementen beschrieben. Obwohl in der S3-Leitlinie Schizophrenie im Jahr 2006 empfohlen wurde, diese Programme in die Regelversorgung zu implementieren (10), ist dieser Prozess seitdem nur langsam vorangeschritten.

In neueren randomisierten Studien und Metaanalysen wird die Effektivität der integrativen Behandlungsprogramme kritischer betrachtet: Die Erfolge erscheinen gering beziehungsweise nur partiell, so dass die Aufwand-Nutzen-Relation skeptisch betrachtet wird (1115). Trotz des Hinweises auf die klinische Relevanz selbst kleiner und potenziell stärkerer Effekte bei Subgruppen wurden bislang keine Indikatoren für die Therapieresponse identifiziert. Demnach wird in der britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE)-Leitlinie aus dem Jahr 2011 zwar geraten, Therapiemaßnahmen für beide Störungen anzubieten, aber weder wird ein bestimmtes Programm empfohlen noch ein integratives Vorgehen gefordert (16).

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Die meisten randomisierten Studien stammen aus den USA oder europäischen Ländern, deren Gesundheitssysteme sich vom deutschen System unterscheiden. Aus Deutschland liegt lediglich eine randomisierte Studie vor, die eine kurze, stationäre motivationale Intervention (MI) evaluierte und nachweisen konnte, dass die MI-Gruppe im Anschluss an die stationäre Behandlung, die ambulanten Therapieangebote häufiger in Anspruch nahm als die Kontrollgruppe. Vorteile hinsichtlich des Konsumverhaltens wurden jedoch nicht beobachtet (17). In der vorliegenden Studie wurde ein langfristig und sektorübergreifend angelegtes, integratives Behandlungsprogramm für DD-Patienten mit einem Follow-up-Zeitraum von zwölf Monaten unter Bedingungen der Regelversorgung evaluiert.

Methodik

Studiendesign und -setting

Die vorliegende randomisierte kontrollierte Studie wurde vom 1. 1. 2011 bis zum 30. 6. 2013 monozentrisch in einem großen psychiatrischen Fachkrankenhaus einer deutschen Großstadt, der LVR-Klinik Köln durchgeführt.

Stichprobe, Rekrutierung

Eingeschlossen wurden erwachsene, einwilligungsfähige, freiwillig in stationärer Behandlung befindliche Patienten mit Schizophrenie, schizophreniformer oder schizoaffektiver Störung (DSM-IV-Codes: 295.xx), bei denen ebenfalls Substanzmissbrauch oder -abhängigkeit diagnostiziert wurde (DSM-IV-Codes: 303.90, 305.00, 304.xx, 305.xx) (e1). Ausgeschlossen wurden zum einen Patienten, die in den letzten drei Monaten vor der Aufnahme ihren Konsum deutlich reduziert hatten, das heißt, die Hauptsubstanz wurde weniger als einmal monatlich konsumiert. Zum anderen wurden Patienten mit einer weiteren neuropsychiatrischen Störung, die mit den Therapiemaßnahmen interferiert hätte, nicht in die Studie aufgenommen. Dazu zählen organische psychische Störungen, manifeste Hirnschädigungen infolge des Substanzkonsums oder eine Intelligenzminderung.

Für die Poweranalyse wurde die einzige vorliegende deutsche randomisierte Studie mit DD-Patienten herangezogen (17). Bei einer angenommenen kleinen Effektstärke von f = 0,15, einer Power von 0,95 und einer erwarteten Haltequote von 20 % wurde eine Stichprobengröße von n = 122 ermittelt. Dabei ist f das statistische Maß, das die praktische Relevanz statistisch signifikanter Ergebnisse verdeutlicht. Obwohl die Rekrutierungszeit von ursprünglich zwölf auf 18 Monate ausgeweitet wurde, konnte die geplante Stichprobengröße nicht erreicht werden und musste auf n = 100 begrenzt werden.

Auf den offenen Stationen führten die behandelnden Ärzte die erste Screeningstufe möglichst innerhalb der ersten drei, spätestens innerhalb der ersten sieben Tage des stationären Aufenthalts durch. Auf den geschützten Stationen erfolgte das Screening, nachdem sich die Patienten klinisch verbessert hatten und bevor sie auf eine offene Station verlegt wurden. Bei Einverständnis der Patienten wurde eine Studienmitarbeiterin (SK) benachrichtigt, die möglichst innerhalb von drei, spätestens innerhalb von sieben Tagen die Ein- sowie Ausschlusskriterien überprüfte. Neben der mündlichen und schriftlichen Aufklärung nahm sie die Einschlussuntersuchungen der zweiten Screeningstufe vor (Grafik 1).

Rekrutierung
Grafik 1
Rekrutierung

Prüfplan, Untersuchungsinstrumente, Zielvariablen

Nach den Einschlussuntersuchungen (Baseline, t0), wurden die Patienten zufällig zu einer offenen Schwerpunktstation mit implementierter integrativer Therapie (IntT) oder zu einer anderen offenen allgemeinpsychiatrischen Station, auf der sie eine „treatment as usual“ (TAU, Behandlung wie üblich) erhielten, zugeordnet. Details zur Randomisierung der Studienteilnehmer auf die beiden Therapiebedingungen finden sich im eKasten. Sowohl die IntT- als auch die TAU-Patienten erhielten am Ende der stationären Behandlung das Angebot, an der klinikeigenen Institutsambulanz weiterbehandelt zu werden. Die IntT-Gruppe erhielt zusätzlich das Angebot, an ambulanten störungsspezifischen Therapiegruppen teilzunehmen. Die Verlaufsuntersuchungen fanden drei, sechs und zwölf Monate (t1 bis t3) nach t0 statt. Als primäre Zielvariablen wurden die Veränderungen des Konsums und der Abstinenzmotivation zwischen t0 und t1, als sekundäre Zielvariablen die Veränderungen zwischen t0 und t2 beziehungsweise t0 und t3 sowie alle anderen Variablen definiert (Tabelle 1).

Untersuchungsebenen und Instrumente
Tabelle 1
Untersuchungsebenen und Instrumente
Methode der Randomisierung und Ergebnisse hinsichtlich sekundärer Zielvariablen
eKasten
Methode der Randomisierung und Ergebnisse hinsichtlich sekundärer Zielvariablen

Intervention

Der IntT-Gruppe wurde auf der Schwerpunktstation zwei störungsspezifische Gruppentherapien angeboten, die jeweils einmal wöchentlich jeweils über 60 Minuten stattfanden: Eine Motivationsgruppe, die nach den MI-Prinzipien modifiziert wurde (2, 17), sowie eine manualisierte Psychoedukationsgruppe, in der die Zusammenhänge zwischen dem Konsum verschiedener Substanzen und der Psychose gemäß dem Komorbidität Psychose und Abhängigkeit psychoedukatives (KomPAkt) Training für DD-Patienten aufgegriffen wurden (18). Darüber hinaus erhielt sowohl die IntT- als auch die TAU-Gruppe alle weiteren üblicherweise angebotenen multimodalen Behandlungselemente:

  • Einzelgespräche
  • Psychoedukation über Symptome
  • Verlauf und Behandlung der Psychose
  • Ergotherapie
  • Bewegungstherapie
  • Entspannungstraining
  • Kognitionstraining.

In der ambulanten Behandlungsphase konnte die IntT-Gruppe neben den üblichen Einzelgesprächen das KomPAkt-Training weiterführen und zusätzlich einmal wöchentlich über 90 Minuten an einer manualisierten störungsspezifischen kognitiven Verhaltenstherapiegruppe teilnehmen (Komorbidität Psychose und Abhängigkeit Skills [KomPASs]-Training) (19). Im KomPASs-Training werden Themen bearbeitet, die für den Umgang mit beiden Störungen bedeutsam sind:

  • Identifikation potenzieller Gefahrensituationen und dysfunktionaler Kognitionen
  • kognitive Umstrukturierung und Ressourcenaktivierung
  • Anti-Craving-Skills
  • Anti-Stress-Fertigkeiten
  • Training allgemeiner sozialer Kompetenzen und spezieller Kompetenzen zum Widerstand gegen die Verführungen zum Konsum
  • Umgang mit Krisen
  • gesundheitsfördernde Lebensführung.

Alle Studienpatienten wurden nach klinischem Ermessen der behandelnden Ärzte leitliniengerecht psychiatrisch behandelt (10, e15).

Weder die Dauer des stationären Aufenthalts noch die Art und Zeitspanne der Pharmakotherapie waren vorgegeben.

Statistische Analyse

Die beiden Patientengruppen wurden hinsichtlich demografischer und klinischer Merkmale zum Zeitpunkt t0 mittels t- oder χ2-Test verglichen.

Um die Zielvariable Substanzkonsum zu analysieren, wurde ein etabliertes Vorgehen aus der Literatur gewählt (12). Dementsprechend wurde die Menge, die der Patient zum Zeitpunkt t0 verbrauchte, als 100 % definiert: Konsumtage pro Monat × durchschnittliche Tagesdosis = geschätzte Kumulativdosis im letzten Monat vor der stationären Aufnahme. Das Ausmaß des Konsums, das die Patienten bei den Follow-up-Untersuchungen berichteten, wurde als prozentuale Änderung zu t0 umgerechnet. Die Einteilung der Ergebnisse erfolgte in fünf Klassen:

  • abstinent/fast abstinent (−100 bis − 80 %)
  • starke Reduktion (−79 bis −40 %)
  • geringe Reduktion (−39 bis 0 %)
  • geringe Zunahme (1 bis 20 %)
  • starke Zunahme (> 20 %) (12).

Unterschiede im Konsum der Hauptsubstanz sowie in den Haltequoten zwischen den Behandlungsgruppen wurden mittels χ2-Test analysiert. Dabei wurden die r × c-Kontingenztabellen nach Pearson exakt berechnet (Modul Exact Tests SPSS 22). Die anderen Zielvariablen wurden durch Varianzanalysen mit Messwiederholung untersucht. Alle Auswertungen erfolgten als „intention to treat“ (ITT) mit der „last observation carried forward“ (LOCF)-Methode. Sofern möglich wurden für die Hauptvariablen die Effektstärken berechnet.

Die statistische Signifikanz wurde auf p ≤ 0,05 festgelegt. Für die vorliegenden Analysen wurde das Statistikprogramm IBM SPSS Statistics (20/22) für Windows verwendet.

Ergebnisse

Stichprobe

Die Stichprobe bestand überwiegend aus alleinstehenden, arbeitslosen Männern mit niedrigem Ausbildungsniveau. Fast die Hälfte der Patienten war bereits vorverurteilt. Die IntT-Gruppe hatte ein durchschnittlich schlechteres Ausbildungsniveau und die TAU-Gruppe einen durchschnittlich höheren Score in Bezug auf die allgemeine Psychopathologie. Darüber hinaus zeigten sich keine signifikanten Gruppenunterschiede (Tabelle 2).

Beschreibung der Stichprobe zum Zeitpunkt t0: Gruppenvergleiche mit statistischen Kennwerten
Tabelle 2
Beschreibung der Stichprobe zum Zeitpunkt t0: Gruppenvergleiche mit statistischen Kennwerten

Primäre Zielvariablen

Substanzkonsum (Grafik 2a): Beide Patientengruppen reduzierten im Verlauf der Studie ihren Konsum. Hinsichtlich der Hauptsubstanz erreichte die IntT-Gruppe zum Zeitpunkt t1 häufiger Abstinenz, Fast-Abstinenz oder eine starke Konsumreduktion, während bei der TAU-Gruppe häufiger eine nur leichte Konsumreduktion festgestellt wurde. Der Unterschied zwischen der IntT- und TAU-Gruppe war für t1 signifikant (exakte Signifikanz: p = 0,039). In der eTabelle wird die Konsumintensität aller Hauptsubstanzen und Zeitpunkte gezeigt.

Veränderung der Konsumintensität der Hauptsubstanz im Follow-up-Zeitraum
Grafik 2a
Veränderung der Konsumintensität der Hauptsubstanz im Follow-up-Zeitraum
Substanzkonsum (Hauptsubstanzen) in der Kontroll- und Interventionsgruppe im Monat vor den Zeitpunkten t0, t1, t2 und t3 mit Standardabweichung und 95-%-Konfidenzintervallen
eTabelle
Substanzkonsum (Hauptsubstanzen) in der Kontroll- und Interventionsgruppe im Monat vor den Zeitpunkten t0, t1, t2 und t3 mit Standardabweichung und 95-%-Konfidenzintervallen

Abstinenzmotivation (Grafik 2b und eGrafik 1): Die Abstinenzmotivation wurde mit dem SOCRATES-Fragebogen über drei Subskalen bestimmt, die jeweils unterschiedliche Aspekte der Abstinenzmotivation erfassen. Diese sind „recognition“ (Indikator für Problembewusstsein), „ambivalence“ (Indikator für den Prozess des Abwägens zwischen den zwei Optionen, abstinent zu bleiben beziehungsweise zu werden versus den Konsum weiterzuführen) und „taking steps“ (Indikator für die konkreten Bemühungen, abstinent zu bleiben).

Abstinenzmotivation
Grafik 2b
Abstinenzmotivation
Abstinenzmotivation
eGrafik 1
Abstinenzmotivation

Für den Zeitraum t0 bis t1 zeigte sich beim Stages of Change Readiness and Treatment Eagerness Scale (SOCRATES)-Fragebogen für „recognition“ weder eine Veränderung über die Zeit noch ein Gruppenunterschied (Zeiteffekt: p = 0,191; Gruppeneffekt: p = 0,208; Interaktion Zeit × Gruppe: p = 0,276). Die „ambivalence“ stieg bei der IntT-Gruppe (Zeiteffekt: p = 0,768; Gruppeneffekt: p = 0,324; Interaktion: p = 0,009; Effektstärke f = 0,129). Für „taking steps“ zeigte sich lediglich ein tendenzieller Anstieg über die Zeit, aber kein Gruppenunterschied (Zeiteffekt: p = 0,064; Gruppeneffekt: p = 0,986; Interaktion: p = 0,135).

Sekundäre Zielvariablen

Substanzkonsum: Hinsichtlich des Konsums der Hauptsubstanz ergaben sich keine Gruppenunterschiede für die Zeitpunkte t2 und t3 (p = 0,158 und p = 0,345) (eGrafik 2).

Veränderung der Konsumintensität der Hauptsubstanz im Follow-up-Zeitraum
eGrafik 2
Veränderung der Konsumintensität der Hauptsubstanz im Follow-up-Zeitraum

Die Veränderung des Cannabiskonsums im Follow-up-Zeitraum (t1) wurde explorativ untersucht. Zum Zeitpunkt t0 wurde bei 67 Patienten Cannabis als Hauptsubstanz definiert. Die Varianzanalyse wies eine Konsumreduktion in beiden Gruppen, aber keinen Unterschied zwischen den IntT- und TAU-Patienten nach (Zeiteffekt: p = 0,000; Gruppeneffekt: p = 0,818; Interaktion: p = 0,392). Wegen kleiner n-Zahlen wurden keine weiteren Analysen für andere Substanzen durchgeführt.

Abstinenzmotivation (Grafik 2b und eGrafik 1): Wenn alle Follow-up-Zeitpunkte berücksichtigt wurden, veränderte sich „recognition“ weder über die Zeit noch zwischen den Gruppen (Zeiteffekt: p = 0,766; Gruppeneffekt: p = 0,082; Interaktion Zeit × Gruppe: p = 0,322). „Ambivalence“ stieg in der IntT-Gruppe an (Zeiteffekt: p = 0,524; Gruppeneffekt: p = 0,112; Interaktion: p = 0,007). Die Analyse der Innersubjektkontraste zeigte, dass der Interaktionseffekt durch die gegenläufige Entwicklung beider Gruppen zwischen t0 und t1 zustande kam (p = 0,009). „Taking steps“ erhöhten sich in der IntT-Gruppe stärker (Gruppeneffekt: p = 0,444; Zeiteffekt: p = 0,229; Interaktion: p = 0,023). Im Post-hoc-Vergleich war allerdings keine weitere Ausdifferenzierung möglich.

Haltequote (Grafik 3a): Die TAU-Gruppe hatte bis t1 eine geringgradig schlechtere Haltequote. Bei Berücksichtigung aller Zeitpunkte zeigte sich kein Unterschied (p = 0,272). Wenn nur t1 beobachtet wurde, blieb der Unterschied unter dem Signifikanzniveau (p = 0,107).

Haltequote
Grafik 3a
Haltequote

Behandlungszufriedenheit (Grafik 3b): In der IntT-Gruppe waren die Patientenzufriedenheit (ZUF-8)-
Scores an allen drei Follow-up-Zeitpunkten höher (Zeiteffekt: p = 0,009; Gruppeneffekt: p = 0,011; Interaktion: p = 0,189).

Behandlungszufriedenheit
Grafik 3b
Behandlungszufriedenheit

Allgemeines Funktionsniveau (Grafik 3c): Im Follow-up-Zeitraum verbesserte sich der Global Assessment of Functioning (GAF)-Score in der Gesamtstichprobe (Zeiteffekt: p = 0,000). In der IntT-Gruppe stieg der Summenwert ab t2 stärker an. Der Unterschied blieb aber unter dem Signifikanzniveau (Gruppeneffekt: p = 0,205; Interaktion: p = 0,094).

Globales Funktionsniveau
Grafik 3c
Globales Funktionsniveau

Psychopathologie: Die psychotische Symptomatik (Positive and Negative Syndrome Scale for Schizophrenia [PANSS]) verbesserte sich in der Gesamtstichprobe im Follow-up-Zeitraum (Haupteffekt der Zeit bei allen Subskalen: p = 0,000). Bei Negativsymptomen und allgemeiner Psychopathologie zeigten sich Haupteffekte des Faktors Gruppe (p = 0,027 und p = 0,016), die Interaktionen Zeit × Gruppe blieben aber unter dem Signifikanzniveau (p = 0,406 beziehungsweise 0,807). Da die IntT-Gruppe bereits zum Zeitpunkt t0 geringere Scores bei allgemeiner Psychopathologie und tendenziell auch bei Negativsymptomen aufwies (Tabelle 2), wurde eine Kovarianzanalyse mit dem t0-Wert als Kovariate berechnet. Danach ergaben sich keine Haupteffekte für den Faktor Gruppe im Follow-up-Zeitraum (Negativsymptome: p = 0,074; allgemeine Psychopathologie: p = 0,219).

Die depressive Symptomatik (Montgomery Asberg Depression Rating Scale [MADRS]) verbesserte sich tendenziell im Follow-up-Zeitraum für die Gesamtstichprobe (Zeiteffekt: p = 0,0031). Allerdings lag kein Gruppenunterschied vor (Gruppeneffekt: p = 0,163; Interaktion: p = 0,861).

Rehospitalisierungen und allgemeine Lebenszufriedenheit wiesen keine Gruppenunterschiede auf. Die Ergebnisse finden sich im eKasten.

Diskussion

Hauptergebnisse

Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Behandlung der therapeutisch herausfordernden Patientengruppe, die sowohl unter einer Psychose als auch einer Abhängigkeitserkrankung leidet. Die Untersuchung wurde unter Bedingungen der Regelversorgung in einem großen, nichtuniversitären psychiatrischen Krankenhaus durchgeführt. Die Ergebnisse legen nahe, dass ein langfristig angelegtes, motivationsbasiertes, integratives, sektorübergreifendes Behandlungsprogramm mit kognitiv-behavioralen Elementen zumindest kleine Vorteile im Vergleich zu einer Standardbehandlung bietet.

Die Patienten des integrativen Behandlungsprogramms waren zufriedener mit der Therapie, entwickelten eine höhere Abstinenzmotivation und kontrollierten zumindest kurzfristig ihr Konsumverhalten stärker. Tendenzielle Vorteile ergaben sich beim allgemeinen Funktionsniveau und der Haltequote. Im Zeitraum der ersten drei Monate nach Einschluss in das Behandlungsprogramm reduzierte sich der Konsum stärker und die Haltequote war tendenziell besser. Die Patienten waren im störungsspezifischen Therapieprogramm durchgehend zufriedener mit der Behandlung. Ihre Abstinenzmotivation schien über den gesamten Follow-up-Zeitraum zu wachsen und der relative Vorteil hinsichtlich des Funktionsniveaus zeichnete sich erst nach sechs Monaten ab. Die letzteren Ergebnisse könnten darauf hinweisen, dass die Patienten im integrativen Behandlungsprogramm von dem langfristigen Behandlungs- und Beziehungsangebot profitierten, obwohl die Substanzen weiterhin eingenommen wurden.

Einordnung in die Literatur

Die Ergebnisse stehen in Einklang mit der aktuellen Literatur, die in der Zusammenschau kleine und partielle Erfolge motivationsbasierter, integrativer Behandlungsprogramme für DD-Patienten zeigt (1114). Ein Teil der Ergebnisse könnte darauf hinweisen, dass sich zumindest bestimmte positive Auswirkungen der integrativen, störungsspezifischen Behandlung erst über einen längeren Zeitraum aufbauen. Daher wäre ein längerer Therapie- und Follow-up-Zeitraum erforderlich, damit sich der Zustand der Patienten deutlich stabilisiert. Die Interpretation deckt sich mit Verlaufsuntersuchungen und Metaanalysen, in denen beschrieben wird, dass Behandlungsprogramme mit einer Dauer von über einem Jahr erfolgreicher sind als kürzere Therapien, da sich DD-Patienten erst über einen Zeitraum von mehreren Jahren graduell stabilieren und erholen (9, 20).

Stärken und Schwächen

In dem zu evaluierenden Therapieprogramm wurden ausschließlich reguläre Krankenhausmittel verwendet. Demnach ist die Studie auf die Regelversorgung übertragbar. Sie weist einen akzeptablen methodischen Standard mit adäquater Kontrollgruppe und Randomisierung sowie konservativen statistischen Analysen auf (ITT/LOCF) auf. Die gleiche Mitarbeiterin (SK) führte alle Einschlussuntersuchungen und Assessments durch.

Dennoch müssen methodische Schwächen, die mit den begrenzten Fördermitteln zusammenhängen, berücksichtigt werden: Die ursprünglich mittels Poweranalyse projektierte Stichprobengröße von n = 122 wurde nicht erreicht. Die geringere Anzahl aufgenommener Patienten kann dazu beigetragen haben, dass einige Gruppenunterschiede unter dem Signifikanzniveau blieben. Darüber hinaus hat sich das ursprüngliche Vorhaben, SK zu verblinden, nicht realisieren lassen. Die Teilnahme der Patienten an den Therapiemaßnahmen wurde nicht systematisch erfasst und die Manualtreue der Behandlungen nicht kontrolliert. Zwar wurden für die primäre Zielvariable Substanzkonsum mehrere Informationsquellen einschließlich Drogenscreening herangezogen, aber toxikologische Haaranalysen wurden nicht durchgeführt.

Bewertung und Ausblick

Die Studienergebnisse lassen schlussfolgern, dass der weitverbreitete therapeutische Nihilismus in Bezug auf DD-Patienten nicht gerechtfertigt ist. Langfristig angelegte, motivationsbasierte, psychosoziale Behandlungsprogramme besitzen das Potenzial, den Verlauf günstig zu beeinflussen. Allerdings zeigt die Untersuchung auch, dass keine hohen therapeutischen Erwartungen, sondern eher moderate Ziele im Sinne von „Harm-Reduction-Ansätzen“ zu verfolgen sind. Die Studienergebnisse sind so ermutigend, dass die Durchführung größerer und methodisch aufwendigerer Studien gerechtfertigt erscheint. Neben der Bestätigung der Ergebnisse könnte damit versucht werden, Indikatoren für den Therapieerfolg beziehungsweise Subgruppen, die besser auf die Therapie ansprechen, zu identifizieren. Parallel dazu sollten integrative Programme breiter in die Regelversorgung implementiert und weiterentwickelt werden. Wünschenswert wäre zum Beispiel, dass die Etablierung spezieller Selbsthilfegruppen unter den DD-Patienten („double trouble groups“) (3, 21) und eine Einbeziehung vielversprechender familientherapeutischer Elemente gefördert werden (12, 2223).

Bei der vorliegenden Originalarbeit handelt sich um eine Vorabpublikation von Teilen der Dissertationsschrift von Frau Susanne König an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln (Dr. rer. medic.).

Förderung, Ethikvotum
Die Studie wurde in Kooperation mit der psychiatrischen Universitätsklinik Köln realisiert und durch ein Promotionsstipendium des Köln-Fortune Programms der Universitätsklinik unterstützt. Die Promovendin (SK) führte die Screening- und Baseline-Untersuchungen sowie die Assessments durch. Davon abgesehen wurde die Behandlung mit den Mitteln der Regelversorgung durchgeführt.

Die Studie wurde von der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Universitätsklinik bewilligt (Vorlage-Nr.: 10–216).

Studienregistrierung
Die Studie wurde bei ClinicalTrials.gov (U1111–1119–5851) und dem Deutschen Register Klinischer Studien (DRKS-ID: DRKS00000671) registriert.

Interessenkonflikt

Prof. Gouzoulis-Mayfrank bekam Honorare für Buchpublikationen zum Thema „Komorbidität, Psychose und Sucht“ von den Verlagen Springer, Kohlhammer und Steinkopff. Sie erhielt Kongressgebühren- und Reisekostenerstattung sowie Vortragshonorare von den Firmen Bristol-Myers Squibb, Servier, Otsuka, Janssen Cilag, Astra Zeneca und Pfizer.

Frau König wurde Studienunterstützung (Promotionsstipendium) zuteil von Köln-Fortune, Forschungsförderungsprogramm der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln.

Prof. Schnell bekam Honorare für eine Koautorenschaft bei einer Buchpublikation zum Thema „Komorbidität, Psychose und Sucht“ von den Verlagen Springer, Kohlhammer und Steinkopff. Kongressgebühren- und Reisekostenerstattung wurden von der Medical School Hamburg (MSH) übernommen. Er erhielt ein Vortragshonorar von dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Prof. Dauman erhielt Studienunterstützung (Drittmittel; Promotionsstipendium für Frau König) von Köln-Fortune, Forschungsförderungsprogramm der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln.

Herr Koebke und Herr Schmitz-Buhl erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 9. 3. 2015, revidierte Fassung angenommen: 23. 6. 2015

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank
LVR-Klinik Köln
Wilhelm-Griesinger-Straße 23, 51109 Köln
euphrosyne.gouzoulis-mayfrank@lvr.de

Zitierweise
Gouzoulis-Mayfrank E, König S, Koebke S, Schnell T, Schmitz-Buhl M, Daumann J: Trans-sector integrated treatment in psychosis and addiction—a randomized controlled study of a motivational, cognitive behavioral therapy program under standard hospital treatment conditions. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 683–91. DOI: 10.3238/arztebl.2015.0683

@The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit4115 oder über QR-Code

eGrafiken, eTabelle, eKasten:
www.aerzteblatt.de/15m0683 oder über QR-Code

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LVR-Klinik Köln: Prof. Dr. med. Gouzoulis-Mayfrank, Koebke, Prof. Dr. rer. medic. Dr. rer. nat. Schnell, Schmitz-Buhl
Psychiatrische Universitätsklinik Köln: Prof. Dr. med. Gouzoulis-Mayfrank, König, Prof. Dr. rer. nat. Daumann
Rekrutierung
Grafik 1
Rekrutierung
Veränderung der Konsumintensität der Hauptsubstanz im Follow-up-Zeitraum
Grafik 2a
Veränderung der Konsumintensität der Hauptsubstanz im Follow-up-Zeitraum
Abstinenzmotivation
Grafik 2b
Abstinenzmotivation
Haltequote
Grafik 3a
Haltequote
Behandlungszufriedenheit
Grafik 3b
Behandlungszufriedenheit
Globales Funktionsniveau
Grafik 3c
Globales Funktionsniveau
Untersuchungsebenen und Instrumente
Tabelle 1
Untersuchungsebenen und Instrumente
Beschreibung der Stichprobe zum Zeitpunkt t0: Gruppenvergleiche mit statistischen Kennwerten
Tabelle 2
Beschreibung der Stichprobe zum Zeitpunkt t0: Gruppenvergleiche mit statistischen Kennwerten
Abstinenzmotivation
eGrafik 1
Abstinenzmotivation
Veränderung der Konsumintensität der Hauptsubstanz im Follow-up-Zeitraum
eGrafik 2
Veränderung der Konsumintensität der Hauptsubstanz im Follow-up-Zeitraum
Methode der Randomisierung und Ergebnisse hinsichtlich sekundärer Zielvariablen
eKasten
Methode der Randomisierung und Ergebnisse hinsichtlich sekundärer Zielvariablen
Substanzkonsum (Hauptsubstanzen) in der Kontroll- und Interventionsgruppe im Monat vor den Zeitpunkten t0, t1, t2 und t3 mit Standardabweichung und 95-%-Konfidenzintervallen
eTabelle
Substanzkonsum (Hauptsubstanzen) in der Kontroll- und Interventionsgruppe im Monat vor den Zeitpunkten t0, t1, t2 und t3 mit Standardabweichung und 95-%-Konfidenzintervallen
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